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Fußball Frauen 22.07.2026 - 19:30 Uhr

05-Frauen erkämpfen sich spätes Remis gegen BVB

Nach frühen Nackenschlägen steigern sich die Mainzerinnen kontinuierlich und haben in torreichem Test das letzte Wort - Yamashita nimmt "Härte und Körperkontakt" in den Fokus

Die Frauen des 1. FSV Mainz 05 haben sich am Mittwochabend im Rahmen ihres Trainingslagers im Brixental ein 3:3-Remis gegen den ambitionierten Regionalligisten Borussia Dortmund erkämpft. In einer vor allem in Durchgang eins mit offenem Visier ausgetragenen Begegnung führte der BVB nach Treffern von Alexandra Popp und Rita Schumacher früh mit zwei Toren. Die Antwort der Mainzerinnen in Form der Treffer von Gentiana Fetaj und Leonie Stöhr konterten die Gegnerinnen mit Ramona Meiers 3:2 prompt bereits nach weniger als einer halben Stunde. Das letzte Wort sollten schließlich die Rheinhessinnen haben, für die Lara Martin vier Minuten vor Schluss den Endstand besorgte. 

Von Beginn an entwickelte sich eine kurzweilige Partie auf Augenhöhe, in der beide Teams in den ersten Minuten ihre Halbchancen hatten. Der BVB war es aber, der aus seinen Torannäherungen zuerst Kapital schlagen sollte, und zwar in Form eines Doppelschlags. Zunächst erreichte ein Eckball Popp, deren Kopfball noch leicht abgefälscht wurde, so dass die überraschte Marisa Schön das Leder zwar noch mit den Fingerspitzen erwischte, den Einschlag aber nicht mehr verhindern konnte - 0:1 (8.). Die Gelb-Schwarzen waren nach Standards immer wieder gefährlich und sollten so nur zwei Minuten später auch zu ihrem nächsten Treffer kommen: Der Schiedsrichter zeigte nach einem BVB-Freistoß von links auf den Punkt, weil er zuvor ein strafbares Halten im Zentrum wahrgenommen hatte. Schumacher trat an und ließ Schön aus elf Metern keine Chance (10.). Es war ein bitterer Auftakt für die 05-Frauen gegen einen Regionalligisten, der wie erwartet deutlich mehr Potenzial vorweisen kann, als es die Liga-Zugehörigkeit vermuten lassen könnte. Dennoch verdauten die Mainzerinnen den Doppelschlag Minute um Minute besser und kamen mit der erste richtigen Chance zum Anschlusstreffer. Flach flankte von links mit viel Gefühl ins Zentrum, wo Neuzugang Fetaj goldrichtig stand und den Ball mit dem Hinterkopf technisch anspruchsvoll per Bogenlampe aus zwölf Metern versenkte (21.). 

Alles war wieder offen und nach einer knappen halben Stunde sollte es erneut Schlag auf Schlag gehen. Zunächst landete ein weiterer Popp-Kopfball am Querbalken (28.), und im direkten Gegenzug erreichte ein langer Ball Chiara Bouziane, die von der Grundlinie vors Tor passte, wo Stöhr am zweiten Pfosten eingelaufen war und aus spitzem Winkel auf 2:2 stellte (28.). Ein Ergebnis, das nicht lange Bestand haben sollte, denn keine 60 Sekunden nach dem Wiederanpfiff jubelte schon wieder Schwarz-Gelb. Meier war Suguri Hashitani nach einem Ball in die Schnittstelle enteilt und ließ Schön aus 15 Metern keine Chance (30.). Langeweile kam zu keinem Zeitpunkt auf, weil fast minütlich ein Tor in der Luft lag, selbst wenn Großchancen einmal ausblieben. In der 41. Minute kamen die Mainzerinnen mal wieder zu einem gefährlichen Abschluss, als eine Hereingabe von Flach bei Sabina Jackson landete, deren wuchtigen Kopfball die BVB-Keeperin Laura van der Laan an den Pfosten lenkte. Wenig später war Pause, die knappe BVB-Führung nicht unverdient.

Mit viel Geduld zum späten Ausgleich

Mit Wiederbeginn wechselte 05-Cheftrainer dreimal, nach 60 Minuten kamen dann weitere acht frische Kräfte. Und der zweite Durchgang gegen die ebenfalls neuformierten Gegnerinnen sollte dem FSV gehören, der sich ein deutliches Chancenplus erarbeitete und kaum noch etwas zuließ - falls doch mal eine schwarz-gelbe Spielerin im Mainzer Strafraum auftauchte, war die etatmäßige Nummer eins Mamiko Matsumoto zur Stelle. Die erste Gelegenheit, auf 3:3 zu stellen, bot sich bereits in Minute 47 der insgesamt auffälligen Linksverteidigerin Flach, die nach einer abgewehrten Ecke aus spitzem Winkel abzog, jedoch geblockt wurde. Nach einer knappen Stunde dann ein ganz dickes Ding: Yurina Imai flankte von rechts klasse auf Strickler, deren Direktabnahme um Zentimeter am rechten Pfosten vorbeistrich (59.). Sechs Minuten später war es die gerade eingewechselte Emma Junold, die nach präzisem Rückpass Nadine Anstatts aus leichter Rücklage übers Tor zielte (65.). 

Danach drückten die Mainzerinnen immer weiter, zogen phasenweise ein Powerplay auf, fanden aber auch häufig kein Durchkommen gegen die dichtgestaffelte, gut organisierte Defensive des BVB. Und so war es in der Schlussphase eine feine Einzelleistung Martins, die den 05-Frauen Tor Nummer drei bescherte, was unter dem Strich das leistungsgerechte Remis besiegelte. Anstatt hatte sich am gegnerischen Strafraum energisch durchgesetzt, die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm, so dass Martin sich den Ball zurechtlegen und mit links per feinem Schlenzer ins lange Eck vollenden konnte. 

Takashi Yamashita sagte nach dem Schlusspfiff: "Es war ein sehr intensives Spiel mit hohem Tempo. Wir haben viel gelernt und können viel mitnehmen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen, aber in Testspielen ist das Ergebnis noch zweitrangig. Wichtiger ist, ob wir unsere Inhalte auf dem Platz umsetzen. Natürlich freuen wir uns über den späten Ausgleich, genauso aber über die Leistungssteigerung nach der Pause. Ganz klar hat uns dieses Spiel gezeigt, dass Härte und Körperkontakt dazugehören. Ohne können wir in der Bundesliga nicht überleben. Diese Einstellung müssen wir verinnerlichen. Das ist ein Prozess, keine Frage. Aber wir werden genau daran weiter arbeiten."

FSV - BVB 3:3 (2:3)

FSV: Schön (46. Matsumoto) - Berg (61. Bukowski), Hashitani (61. Voth), Hauck (61. Donner), Flach (61. Kilian) - Imai (61. Matheis), Takizawa (61. Junold), Fetaj, (61. Anstatt), Jackson (61. Kurishima) - Stöhr (46. Martin), Bouziane (46. Strickler)

Tore: 0:1 Popp (8.), 0:2 Schumacher (10., Foulelfmeter), 1:2 Fetaj (21.), 2:2 Stöhr (28.), 2:3 Meier (29.), 3:3 Martin (86.)

05ER.TV 22.07.2026

Re-live: 05-Frauen vs Borussia Dortmund

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