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Handball 12.08.2026 - 14:30 Uhr

100 Jahre Handball bei Mainz 05: Geschichte, Gemeinschaft und Zukunft

In der MEWA ARENA kamen zahlreiche Ehrengäste, ehemalige und aktive Spielerinnen sowie Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter zu einer Feierstunde zusammen

Mit einer Feierstunde in der MEWA ARENA hat die Handballabteilung des 1. FSV Mainz 05 am vergangenen Freitag ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Zahlreiche Ehrengäste, ehemalige und aktive Spielerinnen sowie Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter blickten gemeinsam auf ein Jahrhundert Mainzer Handballgeschichte zurück. Einen besonderen Rahmen erhielt die Veranstaltung durch eine bemerkenswerte Ausstellung, die im Anschluss an die Redebeiträge auf großes Interesse stieß.

Die Sportliche Leiterin und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende des FSV, Eva Federhenn begrüßte die Gäste und führte in den Ablauf der Jubiläumsveranstaltung ein. Besonders willkommen hieß sie Klaus Kuhn, Präsident des Sportbundes Rheinhessen und Ehrenpräsident des Handballverbandes Rheinhessen, sowie Ulf Mayhöfer, Präsident des Handballverbandes Rheinhessen-Pfalz. Unter den Ehrengästen befanden sich zudem Hans Beth, Vorstand der Sportstiftung Rheinhessen, und Peter Metzger, Gesamtbetriebsleiter von Möbel Martin und langjähriger Unterstützer der Mainzer Handballerinnen.

Auch Handball-Ehrenabteilungsleiter Dieter Laehn, Ehrenspielführerin Annette Wagner-Dautermann sowie zahlreiche ehemalige und aktive Spielerinnen waren der Einladung gefolgt. Mit Claudia Schäffer aus dem Vorstand des TV Nieder-Olm war darüber hinaus der Kooperationspartner der Mainzer Handballabteilung vertreten.

"Wir feiern Generationen von Menschen“

Stefan Hofmann, Vereins- und Vorstandsvorsitzender des 1. FSV Mainz 05 stellte in seiner Ansprache vor allem die Menschen hinter der hundertjährigen Geschichte in den Mittelpunkt. "100 Jahre Handball – alleine die Zahl ist es nicht. Vielmehr sind es die Geschichten, die dahinterstecken, und die Menschen, die diese Geschichten schreiben“, betonte Hofmann. "Herzlichen Glückwunsch von meiner Seite zu 100 Jahren Mainz 05 Handball.“

Sein Dank galt allen, die auf und neben dem Spielfeld ihren Beitrag geleistet haben: den Menschen, die Tore geworfen oder verhindert haben, den Trainerinnen und Trainern, ehrenamtlich engagierten Eltern, Sponsoren sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern. Viele von ihnen hätten nie im Mittelpunkt gestanden – und doch wäre die Geschichte der Abteilung ohne sie niemals geschrieben worden. "Ohne Ehrenamt könnte auch unsere Handballabteilung in dieser Form nicht existieren.“ Die Geschichte stehe für Zusammenhalt und die Bereitschaft, "immer wieder anzupacken, die Ärmel hochzukrempeln, anzufangen und gemeinsam an etwas zu glauben“. Genau mit dieser Haltung habe im Jahr 1926 alles begonnen.

Vom Männerhandball zum Aushängeschild im Frauenhandball

Hofmann erinnerte ausdrücklich auch an den Männerhandball, dessen Kapitel bei Mainz 05 im Jahr 2009 endete. Dessen Vermächtnis bleibe dennoch ein wichtiger Bestandteil der Vereinsgeschichte. Umso beeindruckender sei die Entwicklung des Frauenhandballs mit zahlreichen Aufstiegen, Pokalsiegen und Erfolgen in der Regionalliga.

Federführend vorangetrieben wurde diese Entwicklung seit den 2000er-Jahren von Eva Federhenn und Karl-Heinz Elsäßer. Beide hätten die Zeit entscheidend geprägt und die organisatorische wie sportliche Entwicklung kontinuierlich vorangebracht. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga sei ein erster großer Meilenstein gewesen, dem 2019 mit dem Sprung in die Bundesliga die vorläufige Krönung ihrer Arbeit gefolgt sei. Hofmann verband seinen Rückblick deshalb mit einem ausdrücklichen Dank an Federhenn und Elsäßer.

Nachwuchsarbeit als Schlüssel für die Zukunft

Der Vorstandsvorsitzende richtete zugleich den Blick auf die kommenden Jahrzehnte. Auf die Frage, worauf der Verein bei einem möglichen 200-jährigen Jubiläum stolz sein wolle, fand der frühere Nachwuchsverantwortliche eine klare Antwort: auf eine starke und nachhaltige Nachwuchsarbeit. Mit der zweiten Mannschaft in der 3. Liga, in der zahlreiche junge Spielerinnen zum Einsatz kommen, und der Gründung der Jugendspielgemeinschaft mit dem TV Nieder-Olm sei der richtige Weg eingeschlagen worden. "Wir investieren in Möglichkeiten und schaffen Perspektiven für junge Spielerinnen in unserer Region“, erklärte Hofmann.

Ein Gesicht dieser erfolgreichen Nachwuchsarbeit sei Marleen Kern. Als Kapitänin führte sie die deutsche U20-Nationalmannschaft 2026 zum Weltmeistertitel und wurde damit zur ersten Weltmeisterin in der Geschichte der Mainzer Handballabteilung. "Ihr Erfolg ist außergewöhnlich“, würdigte Hofmann die junge 05erin.

Klaus Kuhn verbindet persönliche Erinnerungen mit einem Blick in die Geschichte

Für eine ebenso kenntnisreiche wie humorvolle Reise durch die Handballgeschichte sorgte Klaus Kuhn. Kuhn erinnerte daran, dass Mainz 05 bereits 1926 mit einer Männer-, einer Frauen- und einer Jugendmannschaft an den Start gegangen sei. Damit sei der Verein schon vor 100 Jahren bemerkenswert modern aufgestellt gewesen. Handball selbst war zu diesem Zeitpunkt noch eine junge Sportart.

Für die Entwicklung des Mainzer Frauenhandballs fand Kuhn deutliche Worte: Es sei hervorragend, was aus der Abteilung entstanden sei. Besonders zeichne sie ein starkes Fundament aus Gemeinschaft und freiwilligem Engagement aus. "Ehrenamt ist unbezahlbar“, brachte er es auf den Punkt.

Glückwünsche und Unterstützung des Verbandes

Ulf Mayhöfer überbrachte die Glückwünsche des Handballverbandes Rheinhessen-Pfalz und dankte für die Einladung. "100 Jahre Handball Mainz 05 sind beeindruckende Sportgeschichte“, erklärte der HVRP-Präsident. Mainz sei innerhalb des Verbandes ein sehr starker Vertreter. Besonders erfreulich sei, dass bei der Jubiläumsfeier so viele Generationen gemeinsam vertreten waren.

Dem geplanten Leistungszentrum sprach Mayhöfer höchsten Respekt und seine Unterstützung aus. Es könne entscheidend dazu beitragen, jungen Talenten in der Region eine Perspektive zu bieten und sie langfristig zu halten. Zugleich machte er deutlich, dass zwischen den Entwicklungsmöglichkeiten von Mädchen und Jungen noch immer zu große Unterschiede bestünden. Auch mehr Frauen in den Gremien des Deutschen Handballbundes würden der Sportart nach seiner Überzeugung deutlich guttun.

Besonderer Dank an Karl-Heinz Elsäßer

Zum Ende der Redebeiträge würdigte Eva Federhenn ausdrücklich die Verdienste von Karl-Heinz Elsäßer. "Ohne Karl-Heinz wäre das Ganze gar nicht denkbar. Deshalb an dieser Stelle bei unserer Feier ein großer Dank, den du dir so verdient hast“, betonte die Sportliche Leiterin.

Elsäßer selbst blickte dankbar auf seine lange Zeit bei Mainz 05 zurück: "Ich freue mich, dass ich das so lange machen durfte und viele Mitstreiter gefunden habe, die auch heute noch dabei sind.“ Mit einem ganz konkreten Wunsch richtete er den Blick auf die bevorstehende Saison: Er würde sich freuen, alle Gäste der Jubiläumsfeier bei einem der nächsten Heimspiele wiederzusehen. "Die Mädels spielen einen super Handball und können jede Unterstützung gebrauchen. Das haben sie verdient!“

Eindrucksvolle Jubiläumsausstellung

Die Feier in der MEWA ARENA machte deutlich, dass 100 Jahre Handball Mainz 05 weit mehr als sportliche Ergebnisse und Erfolge umfassen. Es ist die Geschichte unzähliger Menschen, die sich mit Leidenschaft, Beharrlichkeit und großem ehrenamtlichem Engagement eingebracht haben. 

Die eindrucksvolle Jubiläumsausstellung, unter anderem gestaltet von der AG Historie und der Handballabteilung, federführend Annette Wagner-Dautermann und Daniela Bilo, ließ diese Geschichte lebendig werden – und bildete zugleich die Brücke in eine Zukunft, in der Mainz 05 die Entwicklung des weiblichen Handballs in der Region weiter entscheidend mitgestalten möchte.