Vorberichte 22.05.2020 — 14:30 Uhr

Maloche gegen individuelle Klasse

Erstes Heimspiel ohne Zuschauer und unter Corona-Regeln: 05ER brauchen gegen RB Leipzig "keine Extra-Motivationsspritzen"

Das erste Heimspiel seit dem Neustart der Bundesliga bildet gleichzeitig den Auftakt zu einer Englischen Woche mit drei Begegnungen. Am Sonntag (15.30 Uhr, live auf SKY & 05ER.fm) empfängt der 1. FSV Mainz 05 in der OPEL ARENA den Tabellenvierten RB Leipzig. "Natürlich ist es extrem schade, dass wir ohne unsere Fans auskommen müssen", sagte Achim Beierlorzer am Freitag in der digitalen Pressekonferenz auf 05ER.tv. "Trotzdem ist es für uns ein Heimspiel, weil wir nicht reisen müssen, in gewohnter Umgebung bleiben und weil es sich für uns nach einem Heimspiel anfühlt."

Die Vorbereitungen für diese erste Partie unter den neuen Bedingungen laufen. "Wir durften ja in Köln erleben, wie das in der Praxis umgesetzt worden ist. Wir haben hohe Ansprüche an uns selber als Verein gestellt, wir haben quasi eine offizielle Abnahme hier vor Ort gehabt, alle in der Organisation haben sich jeden Tag ausgetauscht und viele Themen umgesetzt, um einen professionellen Ablauf zu garantieren", sagte Rouven Schröder. Fanaktionen seien nicht zu erwarten. "Wir sind auch da im Austausch. Die Fans haben von sich aus gesagt, dass keine Aktionen geplant sind. Wir wissen, dass die Fans hinter uns stehen. Wir wissen, dass die Fans bei uns sind, auch wenn das Stadion leer ist", betonte der Sportvorstand. Der Verein weist noch einmal darauf hin, dass aufgrund des DFL-Corona-Konzepts alle asphaltierten Flächen und Parkplätze rund ums Stadion am Spieltag ab acht Uhr gesperrt sind (veranschaulicht in unserer Grafik).

Achterbahnfahrt der Gefühle

Die beiden letzten Treffen mit dem Klub aus dem Osten gerieten für die Mainzer zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Vor einem Jahr, im vorletzten Heimspiel, dieses höchst emotionale 3:3. In der Vorrunde dann das 0:8-Desaster in Sachsen. "Es braucht gegen RB keine Extra-Motivationsspritzen. Ich weiß, dass die Spieler das zurechtrücken wollen und dass dadurch die Motivation steigt. Wir möchten ein viel, viel besseres Spiel und ein besseres Ergebnis abliefern. Darauf haben wir uns wirklich mit sehr viel Energie vorbereitet". so der Cheftrainer.

Im Video: Die Pressekonferenz vor #M05RBL

Das 1:1 des SC Freiburg vergangenen Samstag in Leipzig hat die 05-Trainerteam intensiv analysiert. "Wir müssen aber bei uns bleiben. Wir wollen das wuchtige, dynamische Positionsspiel der Leipziger mit vielen Tiefgängen, mit schellen Dribblings, guten Ballpassagen unterbinden. Dafür brauchen wir enge Räume, kurze Abstände. Im Spiel mit Ball wollen wir die Räume finden, die uns der Gegner gibt, das Gegenpressing überwinden und eigene Möglichkeiten suchen", erklärte Beierlorzer.

...dann wird's auch für Leipzig nicht ganz einfach

Die Voraussetzungen dafür: das Spiel eng gestalten, die Räume verdichten. "Dafür brauchen wir ganz engagiertes Zweikampfverhalten. Wenn wir das nicht an den Tag legen, wenn sich die individuelle Klasse von Leipzig durchsetzt im eins gegen eins, dann wird es schwierig, das zu verteidigen. Wenn wir enge Räume schaffen und entsprechend fleißig gemeinsam gegen den Ball malochen, dann wird's auch für Leipzig nicht ganz einfach."

Trainingsimpressionen

28 fitte Feldspieler

Die Stimmung nach dem 2:2 in Köln ist gut, der Punktgewinn hat neue Energie freigesetzt. Bis auf den verletzten Torhüter Robin Zentner kann Beierlorzer auf den kompletten Kader zurückgreifen, da auch Jean-Philippe Mateta seine Sperre abgesessen hat. "Wir haben 28 fitte Feldspieler, bei denen ich diese Leistungsmotivation deutlich wahrgenommen habe. Wir wissen, dass es ein ganz schweres Spiel wird und ich bin froh, auch wenn es für mich den Entscheidungszwang erhöht, dass sich derzeit jeder präsentieren kann." Wie Startelf und Bankbesetzung aussehen könnten? "Abwarten", sagte Beierlorzer.

"Wir haben vier Punkte vor Düsseldorf und ein Heimspiel vor der Brust. Insofern wären drei Punkte ein Riesenschritt in die richtige Richtung, dafür lohnt es sich alles zu geben. Die Mannschaft weiß, was wir wollen und was notwendig ist, um konstant gute Spiele abzurufen. Daran arbeiten wir. Und so, wie gearbeitet wird, macht mich das zuversichtlich."

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