Profis 06.11.2018 — 16:30 Uhr

Schwarz: "Taktisch viele Sachen sehr gut gemacht"

80 Balleroberungen, 124 gelaufene Kilometer, 240 Sprints und zwei Treffer waren die Basis für den 2:1-Sieg gegen Werder Bremen

Nicht nur für Danny Latza (hier bei seiner Auswechslung) hatte Schwarz am Dienstag ein Sonderlob übrig.

Die Fußballprofis des 1. FSV Mainz 05 durften am Dienstag ihren freien Tag genießen, bevor am Mittwochmorgen auf dem Trainingsplatz am Bruchweg die Vorbereitungen auf die Partie beim SC Freiburg (Samstag 15.30 Uhr) beginnen. Der Trainer allerdings saß in seinem Büro am Bruchweg, arbeitete den 2:1-Erfolg gegen den SV Werder Bremen inhaltlich nach und berichtete am Mittag in der obligatorischen Medienrunde von seinen Erkenntnissen aus den 94 Minuten in der OPEL ARENA. "Der Eindruck aus dem Stadion hat sich bestätigt. Wir haben sehr viele gute Dinge gehabt in diesem Spiel", sagte Sandro Schwarz.

Seine Mannschaft habe insgesamt ein gutes Bild abgegeben, so der Chefcoach: "In einer für uns nicht einfachen Situation", betonte der 40-Jährige. Trotz vernünftiger Leistungen hatten zuvor die Erfolgserlebnisse gefehlt. "Es war nicht die große Drucksituation. Es ging eher um uns, um unseren internen Anspruch, dass sich die Leistung auch im Ergebnis widerspiegeln muss."

Werder mit drei verschiedenen Grundordnungen

Vor allem die erste Halbzeit mit dem Führungstreffer von Jean-Philippe Mateta war eine der stärksten Vorstellungen bisher gewesen. "Wenn der Gegner da drei verschiedene Grundordnungen spielt, ist das ein Indiz dafür, dass wir taktisch viele Sachen sehr gut gemacht haben. Diese Umstellungen nimmst du nur dann vor, wenn du keinen Zugriff hast. Wir haben gut Fußball gespielt, hatten eine gute Raumaufteilung im Positionsspiel, im Freilaufverhalten, wir haben immer wieder die Bälle gefordert und Tempo in den Aktionen gehabt", sagte Schwarz. "80 Balleroberungen, 25 davon in der gegnerischen Hälfte, sind auch ein Beweis dafür, dass wir sehr aktiv waren in der Arbeit gegen den Ball. Wir sind 124 Kilometer gelaufen, 240 Mal gesprintet, das ist ein hoher Aufwand." Mehr als 20 Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte sind immer ein guter Wert. "Wir haben sonst im Schnitt 15 oder 16. 80 Balleroberungen gesamt sind absolut top." Im Vergleich: RB Leipzig, mit das beste Team in der Liga auf diesem Sektor, hat im Schnitt 64 Balleroberungen.

"Physisch war das eine sehr intensive Woche, aber wir haben nochmal alles raus gefeuert", sagte der Trainer. Besonders auffällig waren Laufleistung und Balleroberung bei Danny Latza und Jean-Paul Boëtius. Latza habe mit Leichtfüßigkeit, mit hohem Laufpensum und gutem Instinkt für die zweiten Bälle beeindruckt. Der Achter hatte zudem eine große Torchance. Boëtius lief noch mehr, über 12 Kilometer. "Was der Kerl defensiv arbeitet, ist stark. Wir wissen, dass er kicken kann, aber was er in der Arbeit gegen den Ball geleistet hat, war außergewöhnlich und herausragend."

Gbamin: Aufsteigende Form

Auch die Formkurve von Jean-Philippe Gbamin, der das wichtige 2:0 erzielte, zweigt ansteigende Tendenz. "Er hatte viel Dynamik und seine besten läuferischen Werte seit er bei uns ist. Und das in der Englischen Woch"“, so der Trainer. "In Augsburg haben wir schon gesehen, dass er Schritte nach vorne macht. Gegen Bremen ist er zunächst schwer reingekommen mit ein paar Ballverlusten, aber er hat sich durchgebissen und reingearbeitet. Jean darf sich nicht zu sehr selbst unter Druck setzen, eine herausragende Saison spielen zu wollen, sondern einfach im Hier und Jetzt, in seiner Leistung drin bleiben, dann kommt seine fußballerische Qualität ins Spiel. Jetzt hat er auch ein Erfolgserlebnis gehabt mit seinem Tor. Das hilft ihm, wieder auf den Top-Level zu kommen, den wir brauchen."

Nur gegen Ende des zweiten Durchgangs, in dem die Bremer stärker wurden und drei Offensivkräfte dazu wechselten, sei die Mannschaft nicht mehr häufig genug aus der Umschaltung heraus gekommen. "Unsere Defensivorganisation war dennoch gut. Wir haben kaum Chancen hergegeben. Nur ganz am Ende hatten wir ein paar Ballverluste. Da ist dann der Eindruck entstanden, dass wir richtig zittern mussten bis zum Schluss", sagte Schwarz.

"Die Jungs haben die Situation sehr gut umgesetzt. Sie sind nicht in Selbstzweifel verfallen, weil die Ergebnisse nicht da waren. Was die Leistung angeht, sind wir schon auf einem guten Weg. Jetzt geht es darum, Konstanz reinzubekommen, Verlässlichkeit, um weiter kontinuierlich an den Ergebnissen zu schrauben."

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