Profis 19.07.2019 — 18:30 Uhr

Mateta: Erwartungen werden steigen

Der 14-Tore-Stürmer ist trotz des verspäteten Trainingseinstiegs schon wieder auf einem guten Weg und will seine Quote in der neuen Saison steigern - Vorgabe des Vaters übererfüllt

Die ersten Trainingseinheiten des Sommers absolviert Jean-Philippe Mateta nach seinem verlängerten Urlaub im 05-Trainingslager in Grassau.

Seit Beginn des Trainingslagers in Grassau ist Jean-Philippe Mateta wieder im Mannschaftstraining des 1. FSV Mainz 05. Der Torjäger, der nach dem Aus seines französischen U21-Nationalteams bei der EM in Italien noch etwas Urlaub genoss, ist schon wieder gut drauf im Training und macht das, was er am besten kann. Mateta schießt Tore. "Ich bin ja nicht umsonst ein Angreifer. Wenn ich das Tore schießen verlernen würde, müsste ich woanders auflaufen", sagt der 22-Jährige.

Normalerweise ist "JP", wie ihn die 05er nennen, immer gut gelaunt, neigt zu Späßen und ist für jeden Spaß zu haben. An diesem Mittag sitzt der Stürmer geschlaucht in einem Sessel in der Hotel-Lobby. Jean-Paul Boëtius, der vorbei kommt und die Sitzhaltung seines Teamkollegen augenzwinkernd kommentiert, wird mit einer schlappen Geste und einem gemurmelten "ich bin am arbeiten" weggeschickt. Er sei einfach nur müde, sagt Mateta erläuternd. Eigentlich könne nichts seine Laune trüben. "Das ist einfach mein Charakter. So bin ich aufgewachsen. In meiner Familie wurde immer viel gelacht, das habe ich besonders von meiner Mutter vererbt bekommen, die immer ein Lächeln auf den Lippen hatte", erklärt der 05-Profi. "Aber heute war das Training sehr, sehr hart. Ich bin einfach platt."

In 14 Tagen im Rhythmus

Der 05-Trainer hatte nach einer Videositzung zum Thema Anlaufverhalten eine Zweikampfschulung ins Training eingebaut, nach der wünschte sich nicht nur der Stürmer schnellstens ein Bett. Sandro Schwarz hatte den Torjäger zuvor gelobt, aber auch erklärt, dessen nächster Entwicklungsschritt sei die Steigerung im Spiel gegen den Ball. "Und genau deshalb machen wir ja solche Trainingseinheiten", sagt Mateta gelassen.

Erstes Testspiel, erster Treffer: Mateta jubelte auch gegen Vallecano

Dessen Rückstand nach dem späten Einstieg sei, wie auch bei den übrigen EM-Teilnehmern, nicht so groß. "Wir müssen trotzdem immer ein Auge darauf werfen, sie nicht zu überfrachten, um sie im ersten Spiel in den Zustand zu bringen, den wir brauchen." Mateta habe schon direkt wieder gute Aktionen gehabt, ein gute Trefferquote und sei enorm wichtig für das Offensivspiel. Er glaube, so der Spieler, in den nächsten zwei Wochen habe er seinen Rhythmus gefunden. Der herrliche Treffer nach zwei Tagen Training im Testspiel gegen Vallecano habe ihm gleich einen Kick gegeben. "Das ist das, was ich als Stürmer brauche. Mein Ziel ist es, in der nächsten Saison noch besser abzuschließen. Auf dem Weg dahin ist jedes Tor wichtig", sagt er.

14 Treffer hat der Torjäger in seinem ersten Bundesligajahr geschossen. "Meine Erwartungen haben sich ein Stück weit erfüllt, ich wollte so viele Tore wie möglich schießen. Und es war kein Zufall, ich habe hart gearbeitet und hoffe, dass ich mich noch weiter verbessere. Ich habe Fortschritte gemacht, was die Idee des Trainers angeht. Um weiterzukommen gibt es eben auch Testspiele, in denen man an sich arbeiten kann", so der Angreifer, der im Sommer 2018 vom französischen Zweitligisten aus Le Havre gekommen war.

"Die Erwartungen steigen"

Im Trainingslager lüftete Mateta auch das Geheimnis, welche Anzahl von Treffern ihm sein Vater, ehemals selbst Profi in Belgien und im Kongo, prognostiziert hatte vor der Saison. Zehn Tore. "Er war sehr zufrieden damit, dass es 14 geworden sind. Keiner konnte ja vorhersehen, wie das läuft", sagt der 05er. "Jetzt werden die Erwartungen natürlich steigen." Doch auch er selbst will mehr. "Ich persönlich hoffe, dass wir alle besser werden als letztes Jahr. Ich möchte mehr Tore schießen und noch mehr Vorlagen geben."

Die U21-EM war für ihn ein persönlicher Erfolg, der 05-Profi hat gespielt und getroffen. Frankreichs Team scheiterte jedoch im Halbfinale am späteren Sieger Spanien mit 05-Kollege Aarón. "Wenn man auf einem hohen Niveau Profi-Sport betreibt, dann sollte man nicht lange zurückblicken, sondern in die Zukunft schauen. Mein kompletter Fokus gilt Mainz 05. Die Enttäuschung ist abgehakt." Der internationale Auftritt hat jedoch Matetas Appetit angeregt. Denn der 22-Jährige träumt von der A-Nationalmannschaft. "Ich träume davon, die WM und die EM mit der Nationalmannschaft zu gewinnen sowie die Champions League. Dafür arbeite ich tagtäglich. Wenn ich viele Spiele mache, viele Tore schieße und meinen Beitrag zum Mannschaftserfolg leiste, vielleicht klappt es dann schon bald mit einer Berufung. Ich arbeite und tue alles dafür", sagt er in Grassau.

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