Profis 23.02.2021 — 17:00 Uhr

Immer bereit, nachzulegen

Impulse von der Bank und starke Mentalität sind weitere Gründe für den Aufwärtstrend

Impulse von der Bank: Die Einwechselspieler (hier der spätere Siegtorschütze in Mönchengladbach, Kevin Stöger) bringen beim FSV jede Menge Schwung auf den Platz.

Der 1. FSV Mainz 05 befindet sich als Tabellenvorletzter weiterhin mitten im Abstiegskampf und hat doch schon etwas dazugewonnen. "Zuversicht", wie es Christian Heidel, Vorstand Strategie, Sport und Kommunikation, ausdrückte, oder anders gesagt, den Glauben an die eigene Stärke. Traditionelle 05-Tugenden, dieses bedingungslose Auflehnen gegen Widerstände und Kämpfen bis zur letzten Sekunde, hat sich wieder Bahn gebrochen und spiegelt sich Woche für Woche wider - in einer verschworenen Einheit auf dem Platz und auch in den Ergebnissen.

Beispielhaft für die Entwicklung unter der neuen sportlichen Führung um Heidel, Sportdirektor Martin Schmidt und Chefcoach Bo Svensson sind die bisherigen Partien der Rückrunde, in denen sich die 05ER zehn Punkte gegen Gegner aus der oberen Tabellenhälfte verdienten. Auch, wenn es "fußballerisch, inhaltlich", wie Svensson anmerkte, immer noch eine Menge Verbesserungspotenzial gibt, lassen sich die Rheinhessen längst nicht mehr so leicht aus der Bahn werfen wie noch vor wenigen Monaten, sondern bleiben leidenschaftlich, willig, mutig und strahlen Zuversicht aus. Und sie holen sich die Bestätigung dafür in Form von Erfolgserlebnissen.

Auftakt der Trainingswoche am Bruchweg

Späte Tore als neue Qualität

So wie gegen Leipzig, als sie nach zweimaligem Rückstand gegen eines der Top-Teams der Liga immer wieder zurück und zum ersten Heimsieg kamen, gegen Union Berlin, als die 05ER die Führung über die Zeit kämpften, oder mit den späten Toren, die zu einem und drei Punkten gegen Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach führten. Tore in der Schlussviertelstunde sind auch das Stichwort, denn im Vergleich zur Hinrunde, kassiert der FSV in ebendiesem Zeitraum die Treffer nicht mehr, sondern erzielt sie selbst und kann in der Schlussphase einer Partie immer nochmal nachlegen. Dazu gehen neben Spielern wie Robin Zentner und Moussa Niakhaté nun viele weitere Akteure der Rheinhessen voran. Zum Beispiel Ádám Szalai in vorderster Linie, die Neuzugänge Dominik Kohr und Danny da Costa oder Stefan Bell, der im Abwehrzentrum wieder verteidigt, als wäre er nie weggewesen. Die Liste ließe sich fortführen.

Der Weg, den Svensson und sein Trainerteam mit ihrer Mannschaft gehen wollen, zeigt sich in klaren Spielprinzipien, in der Leidenschaft, der Moral und der mannschaftlichen Geschlossenheit, ohne die ein erfolgreicher Abstiegskampf kaum zu bewältigen wäre. Auch die Einwechselspieler waren zuletzt maßgeblich an den Erfolgen beteiligt, brachten nicht nur jede Menge Schwung auf den Platz, sondern griffen spielentscheidend ein. Kevin Stöger erzielte in Leverkusen und bei der Borussia als Einwechselspieler wichtige Treffer, Neuzugang Robert Glatzel startete mit seinem Tor die Aufholjagd des FSV bei Bayer 04. Und auch die anderen Einwechselspieler wurden vom Cheftrainer mit Lob bedacht. "Die Spieler, die von der Bank gekommen sind, haben das Spiel positiv beeinflusst", sagte der Chefcoach nach dem Gladbach-Spiel und auch Innenverteidiger Bell sagte im Gespräch mit 05ER.tv:  "Es ist überragend, wie die eingewechselten Spieler direkt funktionieren und das Niveau immer noch mal heben in den letzten Spielen. Das ist sehr kostbar“, so der Innenverteidiger.

Ich finde, dass wir noch fokussierter verteidigen müssen

Mit der am Dienstag gestarteten Trainingswoche richtet sich der Fokus nun auf den nächsten Gegner. Am Sonntag (15:30 Uhr, live auf SKY und 05ER.fm) kommt mit dem FC Augsburg eine äußerst unangenehm zu bespielende Mannschaft in die Mainzer OPEL ARENA, in der die Rot-Weißen wieder all die Tugenden der vergangenen Wochen abrufen müssen. "Wir müssen kompromissloser werden in den Zweikämpfen, die Gefahr früher erkennen und das entsprechend unterbinden. Ich finde, dass wir noch fokussierter verteidigen müssen", macht auch Torhüter Zentner klar, dass die 05ER bereit sind, weiter nachzulegen – in der Leistung und in der Art und Weise, wie sie auf den Platz gebracht werden soll.

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