Profis 23.09.2020 — 16:20 Uhr

Latza: Keinerlei "Interessens­konflikte"

05 Fragen an den Capitano vor der Partie gegen den VfB Stuttgart - Corona-Fälle "sicherlich ein Warnschuss"

Kapitän Latza will mit den Teamkollegen am Wochenende die ersten drei Zähler für den FSV einfahren.

Nach dem 1:3 in Leipzig ist im ersten Heimspiel der Saison 2020/21 am Samstagnachmittag (15.30 Uhr) Aufsteiger VfB Stuttgart in der OPEL ARENA zu Gast. Erstmals seit März wird dann auch wieder eine Bundesliga-Partie am Rhein vor Publikum ausgetragen. Über den Saisonstart, die teilweise Rückkehr der Fans sowie den Corona-"Warnschuss" spricht Kapitän Danny Latza im Interview mit mainz05.de.

 

Wie fällt deine Analyse der Auftaktniederlage in Leipzig mit drei Tagen Abstand aus?

Latza: Wir wollten defensiv gut stehen und Leipzig wenig Räume geben, gerade zwischen den Linien, wo sie sehr stark sind. Dass sie dort zur Entfaltung kommen, wollten wir eigentlich verhindern, was aber gerade vor der Pause nicht gut funktioniert hat. Wir hatten insgesamt zu wenig Entlastung, kamen gerade im Zentrum nicht richtig in die Zweikämpfe. Dennoch waren die Gegentore extrem unnötig mit dem Elfmeter und der Flanke, die man auch besser verteidigen kann. Auch das dritte Tor war hausgemacht, weil wir die Situation eigentlich schon im Griff hatten. Dennoch lief es nach den Umstellungen zur Pause besser. Natürlich hat Leipzig weitere hochkarätige Chance gehabt, ihre Klasse darf man nicht verkennen, sie haben verdient gewonnen. Wichtig war, dass wir aufrecht geblieben sind und Haltung bewahrt haben. Das war sehr wichtig und spricht dafür, dass wir eine andere Mentalität an den Tag gelegt haben, als teilweise in der letzten Saison.

Die Saison läuft, das Transferfenster ist noch bis zum fünften Oktober offen, die Gerüchteküche brodelt liga- und europaweit. Spürst du einen Unterschied?

Latza: Damit beschäftige ich mich gar nicht wirklich. Die Jungs, an denen vielleicht Vereine interessiert sind, sind voll fokussiert, weil ihre Aufgabe Mainz 05 ist. Solange Spieler bei uns auf dem Platz stehen, sehen wir uns als eine Mannschaft. Wir beschäftigen uns nur mit unserem Job am Bruchweg. Das Gefühl, dass es hier an irgendeiner Stelle Interessenskonflikte geben könnte, habe ich überhaupt nicht. Auf meine Leistung und Einstellung haben Gerüchte ohnehin keinerlei Einfluss.

Die zuletzt positiv auf Corona getesteten Kollegen können zurückkehren. War das auch eine Erinnerung, sich mehr denn je und weiterhin an die Regeln und Hygienemaßnahmen zu halten?

Latza: Es wurde einem in jedem Fall noch einmal bewusster, gerade nachdem wir in der vergangenen Saison gar keinen Fall hatten. Es kann auch uns treffen, ohne eigenes Verschulden, das passiert. Wir merken, dass wir längst nicht zurück in der Normalität sind, man darf nicht vergessen, in welcher außergewöhnlichen Situation wir uns derzeit alle befinden. Regeln müssen nach wie vor strikt eingehalten, Kontakte eingeschränkt werden. Wir sind dankbar, dass wir Fußball spielen und unseren Job ausüben können, mittlerweile sogar wieder vor einigen Zuschauern. Das war für uns sicherlich ein Warnschuss, noch achtsamer zu sein. Eine mannschaftsweite Quarantäne wäre natürlich ein Super-Gau mitten in der Saison.

...dabei wird wichtig sein, dass alle beweisen, dass sie Verantwortung übernehmen für ihre Mitmenschen und die Vorgaben einhalten

Am Samstag wartet Stuttgart, ein Aufsteiger. Wie werden wir das Spiel als Favorit angehen?

Latza: Dieser Herausforderung gilt ab jetzt unsere volle Konzentration. Es wird sicherlich ein ganz anderes Spiel werden, in dem ich mit mehr Ballbesitz rechne und wir unser eigenes Spiel durchziehen wollen. Wir werden uns auf den Gegner genau vorbereiten, sollten uns aber in erster Linie mit unseren Stärken und Lösungsansätzen mit dem Ball beschäftigen. Da müssen wir noch besser in die Räume reinkommen, das werden wir in den kommenden Tagen detailliert angehen und wollen am Samstag einen Heimsieg einfahren.

Es werden knapp 3500 Zuschauer da sein, erstmals seit März. Welche Rolle kann das spielen?

Latza: Das ist ein großer Faktor! Wir haben gegen Havelse gemerkt, wie groß der Unterschied ist. Atmosphäre gehört einfach dazu. Es macht mehr Spaß, wenn Aktionen bejubelt werden, aber auch, wenn es mal Pfiffe gibt. Das spürt man alles auf dem Platz, ohne Fans hat es oft Testspielcharakter. Wir hoffen natürlich, dass in den kommenden Monaten noch mehr von ihnen zurückkehren dürfen. Aber auch dabei wird wichtig sein, dass alle beweisen, dass sie Verantwortung übernehmen für ihre Mitmenschen und die Vorgaben einhalten.

 

 

 

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