Profis 30.04.2021 — 12:00 Uhr

Hack: Nicht auf Rechenspiele einlassen

Der Mainzer Innenverteidiger über den Aufschwung unter Bo Svensson, den Coup über den FC Bayern & das anstehende Nachholspiel gegen Hertha BSC

Auch Weltmeister Thomas Müller hatte gegen die von Hack organisierte Abwehr am vergangenen Wochenende zumeist das Nachsehen.

Als einer der dienstältesten Spieler im Kader der 05ER - seit 2014 ist Alexander Hack im Verein (83 Bundesliga-Spiele, 3 Tore) - hat der Abwehrspieler rund um den Bruchweg schon einiges erlebt. Auch die aktuelle Saison hielt  für den 27-Jährigen Höhen wie auch Tiefen parat. Zuletzt feierte er bei seinem Startelf-Comeback mit dem Team den Erfolg über Bayern München. Den bemerkenswerten Aufschwung unter Bo Svensson wollen die 05ER in den kommenden Wochen mit dem Klassenerhalt krönen. Um dies aus eigener Kraft zu erreichen gilt es, den unter dem Cheftrainer eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen, weiter als untrennbare Einheit aufzutreten: "Das muss unser Maßstab sein. Wir dürfen uns nicht auf den Ergebnissen Wochen ausruhen", sagt Hack.

Seit Svenssons Amtsantritt Anfang Januar, haben die Rheinhessen in 16 Bundesliga-Spielen acht Siege eingefahren. Gleichzeitig habe der Däne auch Einfluss auf die Stimmung im Team genommen, wie Hack bestätigt: "Bo hat es einfach geschafft, an vielen wichtigen Schrauben zu drehen. Jeder Spieler hat es geschafft, noch ein paar Prozent mehr auf dem Platz zu geben. Das Wichtigste ist, dass wir als Mannschaft spielen. Davor haben wir uns teilweise im Spiel zu schnell fallen lassen oder uns das Matchglück einfach nicht verdient. Das ist jetzt anders", verdeutlicht Hack, der sich mit dem FSV in den vergangenen Monaten vom vorletzten auf den zwölften Tabellenplatz hochgearbeitet hat.

Trainerwechsel als Chance auf einen Neustart

"Die Saison war insgesamt ein riesiges Auf und Ab, aber es ist natürlich faszinierend, wenn man es nach der Hinrunde mit sieben Punkten schafft, vier Spieltage vor Schluss so eine vergleichsweise gute Situation zu haben. Jeder von uns hat das als Aufgabe, als Chance gesehen, in der Mannschaft einen Neustart herbeizuführen", beschreibt der 27-Jährige den Mainzer Mentalitätswandel, der sich auch in der Spielvorbereitung niederschlägt. "Allgemein sind die Trainingseinheiten intensiver geworden, wir machen viel für unsere Spritzigkeit und das sieht man auch jedes Wochenende auf dem Platz."

In der Zeit, in der ich nicht gespielt habe, haben die Jungs es super gemacht

Parallel zur gesamten Spielzeit, durchlebte auch Hack eine Saison mit Aufs und Abs. Zu Beginn unter Svensson als Führungsspieler gesetzt, musste sich der 27-Jährige in der darauffolgenden Phase in der Mainzer Dreierkette hinter Moussa Niakhaté, Stefan Bell oder Jeremiah St. Juste einordnen. "Ich habe mich in der Anfangszeit unter Bo richtig gut gefühlt, war auch Stammspieler und einer der Leistungsträger, der versucht hat, die Mannschaft wieder anzuschieben, was zu der Zeit sicherlich nicht einfach war", unterstreicht Hack und spricht auch seinen Abwehrkollegen ein Lob aus. "In der Zeit, in der ich nicht gespielt habe, haben die Jungs es super gemacht", so der Abwehrspieler, der sich mit guten Leistungen weiter für die Startelf präsentieren möchte. "Mein Anspruch ist es, zu spielen."

Teamwork: Eng umschlungen feierte Hacki mit Innenverteidiger-Kollege Moussa Niakhaté die drei Punkte über den FCB.

Da kommt man nicht drumherum

Beim jüngsten 2:1-Heimsieg gegen den Rekordmeister stand der gebürtige Memminger wieder über die volle Spielzeit auf dem Feld – und überzeugte mit einem souveränen Auftritt: "Es war natürlich ein Riesen-Gefühl, gerade, weil es überall als Bonus-Spiel betitelt wurde. Wir wussten aber, dass es für uns mehr als das ist, dass wir auch gegen die Bayern punkten wollen. Es war eine absolut geschlossene Mannschaftsleistung, alle haben an einem Strang gezogen. Auch wenn leider keine Zuschauer da waren, hat gefühlt jeder Mainzer im Stadion Gas gegeben und das war einfach ein gutes Gefühl", so Hack, dem auch seine unfreiwillige Vorlage für Robert Lewandowski zum Anschlusstreffer kurz vor Schluss nicht nachhaltig die Laune verderben konnte.

"Kurz nach Abpfiff war ich noch ein bisschen sauer auf mich selbst wegen meines Fauxpas. Es gab natürlich ein paar Sprüche deswegen. Nach dem zehnten Mal war es dann nicht mehr lustig, aber da kommt man nicht drumherum", schmunzelt der Mainzer Verteidiger, der zuvor entscheidenden Anteil daran hatte, dass die beste Offensive der Liga nur selten zu hochkarätigen Torchancen kam. "Ich habe gegen Bayern gezeigt, dass ich, auch wenn ich die paar Spiele davor nicht gemacht habe, meine Leistung abrufen kann."

Mit voller Überzeugung in den Schlussspurt

Auf den 27-Jährgen, der 2014 von der SpVgg Unterhaching zu den Rheinhessen gewechselt war, dürfte es auch im anstehenden Saisonendspurt weiter ankommen. "Wir sind nach wie vor nicht durch und müssen Gas geben, auch, wenn es rechnerisch irgendwann so weit sein sollte", betont Hack, der mit seinem Team in den kommenden Wochen den Klassenerhalt unter Dach und Fach bringen möchte. "Wir wollen in den letzten Spielen nochmal als Mannschaft, als Mainz 05, zeigen, was wir draufhaben – dann müssen wir uns auch nicht auf Rechenspiele einlassen."

Wir wollen von Anfang an zeigen, dass wir eher in der Liga bleiben wollen als Hertha

Am kommenden Montag (18 Uhr) steht zunächst das Nachholspiel gegen den Tabellenvorletzten Hertha BSC an, dessen Akteure sich nach einigen Corona-Fällen für zwei Wochen in Quarantäne begeben mussten. "Es wird ein harter Fight. Für Hertha waren die letzten Wochen alles andere als eine gute Vorbereitung auf den Endspurt. Die werden aber natürlich trotzdem heiß sein, sie mussten sich auf dem Sofa angucken, wie die Konkurrenz punktet", erwartet Hack ein packendes Duell und unterstreicht die eigenen Ziele. "Wir wollen von Anfang an zeigen, dass wir eher in der Liga bleiben wollen als Hertha. Wenn wir in das Spiel so reingehen wie in den letzten Wochen, mache ich mir da keine Gedanken."

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