Verein 16.01.2019 — 20:30 Uhr

Fantalk unter anderen Vorzeichen

Mehr als 200 Anhänger folgen Einladung in OPEL ARENA - Schwarz, Schröder, Bungert, Krücken, Baku & Barreiro sorgen für beste Unterhaltung und liefern tiefe Einblicke

Das Podium in der gut gefüllten MEWA Lounge am Mittwochabend in der OPEL ARENA.

An den Zeitpunkt des letzten Fantalks wollte sich Sandro Schwarz nicht so recht erinnern, "den habe ich verdrängt", sagte der 05-Trainer Sandro Schwarz lachend. Zur Erinnerung: Im März 2018 hatten sich sportliche Leitung und Fans in der OPEL ARENA in einer sportlich deutlich brisanteren Situation zusammengefunden, gleichzeitig aber auch die Basis geschaffen für einen erfolgreichen Endspurt, an dessen Ende der Klassenerhalt stand. Unter ganz anderen Vorzeichen fand nun das zweite Zusammentreffen dieser Art am Mittwochabend statt.

Drei Tage vor dem Beginn der Rückrunde war die Szenerie geprägt von zufriedenen Gesichtern und entspannter Atmosphäre. Die Wahl der Protagonisten hatte schon im Vorfeld interessante Einblicke in die alltägliche Arbeit rund um den Bruchweg versprochen. Zu Schwarz und Sportvorstand Rouven Schröder gesellten sich, neben den beiden Moderatoren Alex Schulz und Christoph Stendzina, auch Kapitän Niko Bungert, die beiden im NLZ ausgebildeten Profis Ridle Baku und Leandro Barreiro sowie Juniorencheftrainer Thomas Krücken Platz.

Haben noch nichts erreicht

Das erste Wort gehörte dabei dem Cheftrainer, der nach den 21 in der Hinrunde erspielten Punkte darauf hinwies, dass "wir noch nichts erreicht haben und genau wissen, wo wir uns verbessern wollen. Wir sind natürlich sehr zufrieden, wie wir uns seit dem Sommer entwickelt haben, haben aber im Winter ganz klar Themenbereiche definiert, bei denen wir uns verbessern wollen." Dass Selbstzufriedenheit und Stillstand in der Entwicklung nicht der Weg des FSV sein werden, unterstrich auch der Sportvorstand: "Wir haben hier alle gemeinsam den richtigen Weg eingeschlagen und die richtigen Schlüsse aus der Vergangenheit gezogen. Wir haben zusammen Widerstände überwunden", so Schröder, der gleichzeitig mahnte: "Wir dürfen uns nie einlullen lassen und müssen weiterhin Gas geben. Wir sitzen hier aber heute natürlich mit einem anderen, positiven Gefühl, wenn wir an das letzte Jahr zurückdenken. Kompliment an alle bei Mainz 05 dafür, wie wir diesen Weg bewältigt haben."

Krücken: "Das motiviert das gesamte NLZ"

Die Ausführungen Schröders zur Ausbildung von Talenten im Nachwuchsleistungzentrum ("Wir werden immer Spieler aus unserem NLZ Neuzugängen von außen vorziehen") bildeten die perfekte Überleitung für Juniorencheftrainer Krücken, der auf seine Aufgabe beim beim FSV einging: "Grundsätzlich besetze ich eine Schnittstellenfunktion zwischen Nachwuchs- und Profibereich und stehe im ständigen Austausch sowohl mit unseren Jugendtrainern als auch mit Sandro. Wir entwickeln in unserem Team Ausbildungspläne für den Nachwuchsbereich, welche wir permanent dynamisch anpassen. Alle unsere Mannschaften stehen gut da, wir haben viele Junioren-Nationalspieler. Das motiviert das gesamte NLZ und ist ein Schlüssel dafür, warum wir so gut dastehen und eine Sogwirkung entfachen können", so Krücken, der anschließend noch auf die ganzheitliche Philosophie der Nachwuchsförderung am Bruchweg einging: "Unheimlich wichtig ist für uns das Netzwerk von Schulen, weil es für uns alternativlos ist, dass die Jungs sich ein zweites Standbein aufbauen neben dem Fußball." Dies, so Krücken, sei eine Verpflichtung.

Mit einem Bein im Profifußball

Das beste Beispiel dafür saß indes neben ihm auf dem Podium. Leandro Barreiro hatte schließlich nur wenige Stunden vor dem Fantalk sein Mathe-Abitur geschrieben. Er beschrieb seinen Weg aus Luxemburg ins Nachwuchsleistungszentrum des FSV. Ein Schritt, von dem er bis heute überzeugt ist: "Bei Mainz 05 hat damals alles gepasst. Ich bin dankbar für die Chance, die mir hier geboten wurde. Ich stehe jetzt mit einem Bein im Profifußball, jetzt muss ich dafür arbeiten, dass ich das zweite noch nachziehe. Dafür bin ich da und werde hart an mir arbeiten."

Baku: Ans Hier und Jetzt denken

Ridle Baku, der nur unwesentlich älter, aber seinem Teamkollegen bereits einen Schritt voraus ist und im vergangenen April beim 3:0 gegen Leipzig in der Bundesliga debütiert hatte, dürfte in diesem Zusammenhang eine Vorbildfunktion einnehmen. Das gesamte Nachwuchsleistungszentrum der 05er hat er durchlaufen und mittlerweile 13 Einsätze (2 Tore) im Oberhaus absolviert. "Ich lebe hier meinen Traum, bin im Alter von zehn Jahren hergekommen und weiß zu schätzen, welche Chance mir hier eröffnet wurde", so Baku. Über langfristige Ziele sprechen wollte er indes nicht, betonte vielmehr, sich auf das "Hier und Jetzt" konzentrieren und sich Schritt für Schritt weiterentwickeln zu wollen.

Mainz 05 war immer ein Verein, der aus wenig viel gemacht hat. So habe ich mich auch immer ein bisschen gesehen

Als Gegenpol zu den beiden Talenten äußerte sich auch Routinier Bungert, der gerade seine elfte Saison als Profi des FSV absolviert. Zum einen ging er auf die Nachwuchsarbeit am Bruchweg ein, für die er ausschließlich lobende Worte parat hatte und befand: "Ich habe immer wieder das Gefühl, dass Jungs aus dem NLZ regelmäßig weiter sind als Neuzugänge, wenn sie zum Profikader hinzustoßen." Früchte der Arbeit des intensiven Austauschs zwischen Nachwuchs- und Profbereich, bei dem Schwarz und Krücken in gleichmäßigen Intervallen dafür sorgen, dass Spielphilosophie und Prinzipien jahrgangsübergreifend den Weg auf den Trainingsplan finden. Bungert, der zugab vor elf Jahren noch nicht damit gerechnet zu haben, in Mainz heimisch zu werden und sich mittlerweile gar vorstellen kann dem Verein nach der Karriere in anderer Funktion erhalten zu bleiben, zog zudem Parallelen zwischen sich und seinem FSV: "Mainz 05 war immer ein Verein, der aus wenig viel gemacht hat. So habe ich mich auch immer ein bisschen gesehen", sagte Bungert und hatte neben Gelächter vor allem den Applaus auf seiner Seite.

Schwarz: Saisonmotto mit Leben füllen

Nachdem zahlreiche Fans im Anschluss an den Talk die Gelegenheit genutzt hatten, Fragen an die Protagonisten der Runde zu stellen, gehörte Cheftrainer Schwarz noch einmal das letzte Wort, das er zur Einschwörung auf die kommenden Aufgaben nutzte: "Wir schauen nicht zurück, sondern haben aus den Erfahrungen der Vergangenheit die Gewissheit erlangt, alles gemeinsam regeln zu können. Die Voraussetzung dafür: Top-Spiele und absolute Bereitschaft. Wir haben die Aufgabe, die Fans anzustecken mit unserer Spielweise. Wir haben unser Saisonmotto UNSER TRAUM LEBT. Ich wünsche mir, dass wir es weiter mit Leben füllen in den nächsten 17 Spielen", so Schwarz mit dem Schlusswort der rund zweistündigen Veranstaltung.

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