Profis 23.06.2022 — 18:30 Uhr

Da Costa: "Das Wetter ist besser als damals"

Der Rückkehrer ist aus vielerlei Gründen glücklich, wieder in Mainz zu sein, stellt das Team über den Konkurrenzkampf & betrachtet Rheinhessen künftig sowohl als sportliche wie auch als private Heimat, in der er Verantwortung übernehmen möchte. "Es ist mir einfach wichtig, dass man sich komplett mit seinem Verein identifiziert."

Zeit für eine Erfrischung beim Trainingsauftakt am Bruchweg.

Zwölf Monate nach dem Ende seiner halbjährigen, und obendrein äußerst erfolgreichen, Leihe von Eintracht Frankfurt ist Danny da Costa zurück am Bruchweg. Und fühlt sich fast, als sei er nie weg gewesen. Die Entscheidung zur ablösefreien Rückkehr nach Auslaufen seines Vertrags am Main hat er, gemeinsam mit seiner Familie, aus voller Überzeugung getroffen und einen Vertrag bis 2025 unterschrieben. "Das ist jetzt unsere Heimat, in der wir uns auch privat etwas aufbauen wollen", erklärte der 28-Jährige am Donnerstagnachmittag im Rahmen einer Medienrunde auf der Tribüne des Bruchwegstadions. Und auch sportlich möchte er möglichst nahtlos an seine erste Zeit beim FSV anknüpfen.

Ob er Veränderungen wahrgenommen habe in den Tagen seit dem Trainingsauftakt? "Das Wetter ist besser als damals", scherzte der Außenverteidiger. Nur, um zu unterstreichen, dass er keinerlei Gedanken an Hürden bei der Re-Akklimatisierung verschwende. Im Winter 2021 war der bei Bayer 04 Leverkusen ausgebildete Profi bei den damals am Boden liegenden Mainzern auf- und sofort eingeschlagen, und hatte großen Anteil an der wundersamen Rettung im Rückrundenverlauf gehabt. Vom ersten Tag an war er auf dem rechten Flügel unumstritten und brachte es bis zum Klassenerhalt auf 16 Einsätze im 05-Trikot. 

Durchwachsenes Jahr in Frankfurt

"Ich habe mich schon damals sehr wohl gefühlt, obwohl es nur vier Monate waren. Und hätte es mir schon damals sehr gut vorstellen können zu bleiben. Frankfurt als mein Arbeitgeber wollte mich behalten, daraus habe ich versucht, das Beste zu machen", so da Costa. Letztendlich reichte es in seinem fünften Eintracht-Jahr nur noch zu 14 Pflichtspiel-Einsätzen - davon zwei auf dem Weg zum Titel in der Europa League. "Ich habe ich aus dem Jahr gelernt, einen schönen Abschluss mit den Jungs gehabt, aber auch Erfahrungen gemacht, die ich so zuvor vielleicht noch nicht kannte. Ich mache mir jetzt nicht mehr viele Gedanken um die letzte Saison", so der Rückkehrer.

...Erfahrungen gemacht, die ich so zuvor vielleicht noch nicht kannte

Traumeinstand: Beim Debüt im 05-Trikot feierte Danny mit dem FSV einen 3:2-Erfolg über Leipzig. Den Assist zum Siegtreffer von Leo Barreiro beim seinerzeit ersten Heimsieg der Saison lieferte er im Januar 2021 höchstpersönlich.

Rheinhessen als private & sportliche Heimat

Von nun an soll sich der Blick ausschließlich nach vorne richten, auf die neue Aufgabe beim FSV, dem vierten Klub in seiner Karriere nach Ausbildungsverein Leverkusen, dem FC Ingolstadt sowie den Hessen. Allzu viele sollen auch nicht mehr dazu kommen, wenn es nach dem gebürtigen Neusser geht: "Ich habe für drei Jahre hier unterschrieben und bin generell jemand, der nicht so schnell wieder den Abflug macht. Es ist mir einfach wichtig, dass man sich komplett mit dem Verein identifiziert. Wir werden auch umziehen. Das ist jetzt unsere Heimat, in der wir uns auch privat etwas aufbauen wollen", so da Costa, der während seiner ersten Zeit in Rheinhessen im April 2021 erstmals Vater geworden war. 

Es ist mir einfach wichtig, dass man sich komplett mit dem Verein identifiziert

Doch nicht nur das Privatleben im Hause da Costa hat sich verändert. Auch sportlich sieht sich der Defensivmann mit neuen Herausforderungen konfrontiert, ist doch sein Nachfolger auf dem rechten Flügel, Silvan Widmer, von nun an einer seiner größten Konkurrenten. Eine Tatsache, mit der er sich bislang wenig auseinandergesetzt hat, wie er betont. Schließlich hätten andere Dinge für ihn klar Priorität: "Ich bin jetzt seit zwei Tagen wieder hier und habe mir nicht so viele Gedanken gemacht. Silvan hat ein starkes Jahr gespielt, das habe ich natürlich registriert. Ich denke, man weiß genauso, was man an ihm hat, wie man weiß, was man an mir hat. Fakt ist: Über allem steht, als Team das Bestmögliche aus uns herauszuholen." Und ohnehin sieht er sich in der Fünferkette flexibel einsetzbar. Kein Bundesliga-Niveau hingegen habe er aus seiner Sicht "im Tor oder in der Rolle eines Mittelstürmers", wie er schmunzelnd ergänzte. 

Topfit für eine neue Saison als 05ER

Lust auf Fußball Mainzer Art

Mit den Mainzern gelte es nun in der neuen Saison, völlig unabhängig von seiner Person, "das Optimum zu erreichen". Und mit dem Team im Idealfall genau da weiterzumachen, wo er im Sommer 2021 aufgehört hat. "Es hat mir damals vom ersten Tag an gefallen, dass wir mutig agieren und nach vorne spielen wollten, egal, wie aussichtslos die Situation war. Das ist eine Spielweise, die mir, so glaube ich, entgegenkommen kann. In jedes Spiel gehen und zeigen zu wollen, dass wir Mainz 05 sind und eine bestimmte Art, Fußball zu spielen, verkörpern. Das hat sich im letzten Jahr weiterentwickelt, wobei der Kern gleichgeblieben ist."

Exemplarisch kam er auf das erste Training zu sprechen, in dem es gewöhnlich etwas gemächlicher zugeht als während eines Großteils der Sommervorbereitung: "Zu Beginn hieß, dass nicht gleich alles bei höchstem Tempo passieren muss. Das hat ungefähr fünf Sekunden gehalten, dann ging es wieder zu Sache. Es steckt hier einfach bei jedem in der DNA, auch neue Spieler verinnerlichen das sehr sehr schnell." 

Das hat ungefähr fünf Sekunden gehalten, dann ging es wieder zu Sache

Die Frage danach, ob er als fester Bestandteil dieser neuen, alten Mannschaft nun eine Rolle als Führungsspieler beanspruche, beantwortete da Costa schließlich mit einer Umschreibung seines persönlichen Selbstverständnisses innerhalb eines Teamgefüges: "Ich bin niemand, der sich in die Kabine stellt und Brandreden hält, bin aber sicherlich meinungsstark und kommunikationsfreudig. Ich nehme mir gerne Zeit, um jüngere Spieler mal zur Seite zu nehmen, weil ich den Weg, den sie nun gehen, selbst erlebt habe. Ich schätze grundsätzlich einen engen Austausch, der aus meiner Sicht wichtig für jede Mannschaft ist. Denn je mehr man über seine Mitspieler erfährt, desto besser kann man gewisse Dinge und Situationen auf oder neben dem Platz einschätzen."

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