Profis 11.03.2019 — 13:30 Uhr

Aarón: "So ein Spiel darf man nicht verlieren"

05er hadern mit der Standardsituation beim 0:1 gegen die Gladbacher – Vier von 17 Rückrundentoren nach ruhenden Bällen

Die Punktausbeute des 1. FSV Mainz 05 in der Rückrunde der Bundesliga ist mit neun Zählern identisch mit der nach den ersten acht Begegnungen der Vorrunde. Dennoch fühlt sich die Situation nach dem unglücklichen 0:1 im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach anders an. Der Grund: Das Team von Sandro Schwarz hat nach der Winterpause zwar einmal mehr gewonnen, dafür aber zwei Niederlagen mehr kassiert.

"Es sind auf jeden Fall zu viele Niederlagen für den Aufwand, den wir betreiben", sagte der 05-Trainer nach der Partie gegen den Tabellenvierten. "Da fehlen uns die drei Unentschieden, die wir in demselben Zeitraum der Hinserie geholt haben." Und das wiederum liegt zum Teil an einigen vermeidbaren Gegentreffern nach Standardsituationen.
Nimmt man die beiden Elfmetertore in Augsburg und das in Wolfsburg raus, die offiziell als Standardtreffer gewertet werden, aber von der Mannschaft im Kollektiv nicht verteidigt werden können, dann haben die Mainzer ansonsten insgesamt vier ihrer 17 Gegentore der Rückrunde nach ruhenden Bällen kassiert. Das 1:1 gegen Nürnberg nach einer Ecke, das 0:3 in Wolfsburg nach einem Freistoß, das 1:1 in Berlin nach einem Eckball und nun in der OPEL AFRENA das 0:1, das gegen die Gladbacher die Niederlage bedeutete, erneut nach einem Eckball.

Müller: Den Ball erst spät gesehen

"Ganz bitter", sagte Florian Müller, dem der Ball noch durch die Beine geflutscht war, nachher. "Es war sehr hektisch vor mir, ich sehe den Ball erst ganz spät, dann ist er durchgerutscht. Es ist auch deshalb bitter, weil wir ansonsten jede Ecke souverän verteidigt haben", erklärte der 05-Torhüter. Dass der zweite Ball da quer auf den langen Pfosten gekommen war und Elvedi frei gestanden hatte, wurmte nachher alle Abwehrspieler. "Wir haben jeder unsere Zuteilung, jeder muss eng am Mann bleiben oder wenn er nicht direkt an den Mann rankommt, den Körper reinstellen. Er muss noch nicht mal unbedingt den Zweikampf gewinnen, aber wenigstens stören", erklärte Daniel Brosinski. "So hat Gladbach einfach mit wenig viel gemacht."

Das Ganze sei absolut ärgerlich, betonte auch Aarón. "Wie in der letzten Woche verlieren wir wieder ein Spiel, das wir beherrscht haben. So ein Spiel darf man nicht verlieren. Wir müssen konsequenter sein und die Standards besser verteidigen. Damit müssen wir uns beschäftigen", sagte der spanische Linksverteidiger.

Der Gegner schuf ansonsten nur einziges Mal Gefahr im Mainzer Strafraum. Das war nach zwei Minuten, als Müller in einer Szene zweimal hintereinander gegen Stindl und einmal gegen Denis Zakaria abwehren mussten. "Ich war froh, dass ich die Bälle halten konnte. Danach haben wir uns auch gesteigert und ein richtig gutes Spiel gemacht. Es ist dann einfach blöd, nach dem Spiel dazustehen und zu sagen, wir haben gut gespielt, aber keine Punkte mitgenommen", so der 05-Keeper.

Letzte Aktion zu ungenau

Ohne die Standardsituation zum 0:1 wäre die Begegnung wohl mit einem torlosen Unentschieden über die Runden gekommen, da die 05-Offensive trotz vieler guter Ansätze und permanenter Überlegenheit im Spielaufbau nicht die erforderliche Torgefahr produzierte. "Wir haben uns nicht belohnt, weil wir in der letzten Aktion zu ungenau waren, auch mit den Flanken. Eigentlich hatten wir immer wieder gute Abschlussmöglichkeiten am Sechzehner, haben aber oft zu schnell abgeschlossen. Vielleicht hätten wir da nochmal aufziehen oder den Kopf hochnehmen sollen und genauer in die Ecke schlenzen", sagte Brosinski.

Je länger das Spiel gedauert habe, sei es auch eine mentale Geschichte geworden. "Du wirst vom Kopf her müder, wenn es nicht gelingt. Und am Ende fehlen auch etwas die Körner, weil wir sehr viel Aufwand betrieben haben, sehr viel gelaufen sind." Nach den Distanzschüssen vor der Pause hatte im zweiten Durchgang Karim Onisiwo nach Pass von Jean-Philipp Mateta noch die beste Gelegenheit, aber auch der Stürmer verzog. "Schön ist es nicht", sagte Brosinski, "wenn du einen solch hohen Aufwand betreibst und am Ende mit null Punkten dastehst".

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