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Klimaneutralität

1. klimaneutraler Verein der Bundesliga

Wir sind seit dem 14. Oktober 2010 erster klimaneutraler Verein der Fußball-Bundesliga. Mit Unterstützung von Partnern hat Mainz 05 damit den Maßstab in Sachen Klimaschutz im Profisport gesetzt. Ziel ist es, die CO2-Emission des Vereins nachhaltig zu vermeiden und zu vermindern und die unvermeidbaren CO2-Emissionen zu kompensieren. Der Energieversorger ENTEGA, von der Saison 2009/2010 bis zur Saison 2014/2015 Haupt- und Trikotsponsor, unterstützt uns kontinuierlich auf unserem Weg zur Klimaneutralität. Seit 2009 wird durch einen detaillierten sogenannten CO2e-Fußabdruck aufgezeigt, wie viel Kohlenstoffdioxid (CO2) Mainz 05 verursacht. Zu Beginn noch in Kooperation mit dem Ökoinstitut e. V. Darmstadt konnten so Einsparpotenziale identifiziert werden. Auf dieser Grundlage wurden zahlreiche Maßnahmen zur Vermeidung und Reduzierung der CO2e-Emissionen umgesetzt.

Dazu gehörte die Umstellung auf Ökostrom, der vollständig aus regenerativen Energien und frei von Atomstrom erzeugt wird. Im Januar 2010 hat Mainz 05 zudem mit "Klimawart" Stephan Bandholz einen erfahrenen Facility-Manager eingestellt, dessen Aufgabe es bis heute ist, mögliche Einsparpotenziale zu erkennen und die Energiesparmaßnahmen entsprechend umzusetzen. Auch Maßnahmen im Bereich der Mobilität sind hier zu nennen.

In der Summe haben diese Maßnahmen dazu geführt, dass der CO2-Ausstoß des Vereins vermindert bzw. teilweise vermieden werden konnte. Um die Klimaneutralität final zu erreichen, kompensiert Mainz 05 die Restmengen des unvermeidbaren CO2.

Neue Berechnungsmethode ab 2018/2019

Gemäß unserer eigenen Zielsetzung, uns in allen Bereichen stetig weiter zu verbessern, haben wir uns mit der Saison 2018/2019 dazu entschieden, den CO2e-Fußabdruck anhand einer neuen Berechnungsmethode zu ermitteln. Auf diese Weise orientieren wir uns ab sofort an aktuellen Standards ermöglichen so auch Vergleichbarkeit zu anderen Institutionen und sorgen für die notwendige Transparenz.

Für die Erhebung und Messung des CO2-Fußabdruckes, d.h. die Frage, wie viele (Mess-)Punkte aus wie vielen Bereichen einbezogen werden sollen, gibt es bislang gesetzlich keine Vorgaben. Mainz 05 orientiert sich daher an den Empfehlungen in Form von Standards und richtet sich seit 2018/19 dabei an dem GHG Protocol (Greenhouse Gas Protocol). Die Emissionen des Vereins werden nach sogenannten Scopes (Bereichen) entsprechend des GHG Protocols eingeteilt. Scope 1 umfasst dabei direkte Emissionen, wie den Fuhrpark, die Gebäude usw. Scope 2 beinhaltet die zugekaufte Energie und Scope 3 vor- sowie nachgelagerte Emissionen, auf die wir nur bedingt Einfluss haben, wie z.B. bezogene Produkte und Dienstleistungen, die Mitarbeitermobilität, aber auch die An- und Abreise der Fans zu Heim- und Auswärtsspielen.

Mit der neuen Methode sollen möglichst alle unsere bzw. durch uns ausgelöste Emissionen erfasst werden. So haben wir uns dazu entschlossen, auch die Abteilungen Tischtennis und Handball mit einzubeziehen und werden seit der Saison 2018/19 neue Erhebungspunkte berücksichtigen. Demnach ergibt sich folgender Überblick über die Erhebungspunkte entlang der Scopes für die neue Methode, auch Systemgrenze genannt. Diese Punkte gelten für die Abteilungen Fußball, Tischtennis und Handball.

Scope 1

- Fossile Brennstoffe zur Erzeugung von Strom und Wärme
- Fuhrpark

Scope 2

- Elektrische Energie
- Fernwärme

Scope 3

- Bezogene Produkte und Dienstleistungen (Merchandising, Catering, Gebäudereinigung usw.)
- Fossile Brennstoffe und bezogene Energie außerhalb der Emissionskategorie 1 & 2
- Erzeugte Abfälle
- Geschäftsreisen (Bahn und Busfahrten, Flüge, Mannschaftsreisen)
- Hotelübernachtungen - Mitarbeitermobilität
- Benutzung verkaufter Produkte (An- und Abreise der Gäste)
- Transport und Verteilung

Nach Sammlung von Daten zu allen Punkten und die Multiplikation mit entsprechenden Emissionsfaktoren, ergibt sich für den CO2e-Fußabdruck der Saison 2018/19 folgende Aufteilung.

Das Ergebnis zeigt, dass die höchsten CO2e-Mengen in Scope 3 auftreten, was aber grundsätzlich zu erwarten ist. Größter Emittent ist dabei nach wie vor die An- und Abreise unserer Fans zu Heim- und Auswärtsspielen.

Der CO2e-Fußabdruck für die Saison 2018/19 liegt bei insgesamt 4.012 tCO2e. Einen Vergleich zu den vergangenen Berechnungsperioden bietet folgende Darstellung. Der CO2e-Fußabdruck für 2018 /19 wird dabei um knapp 1.000 Tonnen CO2e höher als im vergangenen Jahr ausgewiesen. Durch die Veränderung der Systemgrenzen und die andere Berechnungsgrundlage ist die Zahl der Saison 2018/19 dabei allerdings nicht mit den Vorjahren vergleichbar, stellt zukünftig aber unseren Orientierungspunkt dar.

Auch unabhängig von der erweiterten Berechnungsgrundlage ist ein direkter Vergleich zwischen den Jahren aus verschiedenen Gründen nur schwer zu tätigen. So verändern sich beispielsweise regelmäßig die Rahmenbedingungen pro Saison, durch die Anzahl der Begegnungen (Heim- und Auswärtsspieltage in den unterschiedlichen Wettbewerben (Liga, Pokal, International) und bei Freundschaftsspielen, die Spielansetzungen, bei denen Anstoßzeit-, -tag und Wetter Einfluss auf z.B. das Anreiseverhalten haben, usw. usw. Auch gibt es selbstverständlich Unterschiede im Hinblick auf die Berechnung ab der Saison 2010/ 11 durch die Eröffnung der OPEL ARENA.

Mittels des neu berechneten Fußabdrucks werden wir nun wie auch in der Vergangenheit Verbesserungspotenziale identifizieren, um Emissionen zu verringern oder im besten Fall zu vermeiden.

Kompensation des CO2e-Fußabdrucks

Um sich in einem letzten Schritt für die Saison 2018/19 nachträglich klimaneutral zu stellen, kompensiert Mainz 05 in Kooperation mit ENTEGA die berechneten CO2e-Emissionen durch den Kauf von Zertifikaten für ein Klimaschutzprojekt im Partnerland von Rheinland-Pfalz, Ruanda. Das Nyagatare Safe Water Project widmet sich im Kern der Sanierung von defekten Brunnen im ländlichen Ruanda. Neben der Bereitstellung von sauberem Wasser durch einen funktionierende Wasserbrunnen treten erhebliche positive Nebenwirkungen auf. Derzeit holt die Bevölkerung Wasser aus offenen Teichen und Bächen. Dies bedeutet längere Wege zum Sammeln von Wasser sowie die Exposition gegenüber Bakterien. Aus diesem Grund muss das Wasser zuvor gekocht werden, bevor es verwendet wird. Das Kochen findet an offenen Steinfeuern statt, bei welchen das gesammelte Holz auf ineffiziente Weise verbrannt wird, was zu hohen CO2-Emissionen führt.

Darüber hinaus führt der Rauch zu Reizungen der Lunge und der Augen. Das Nyagatare Safe Water Project versorgt die Menschen mit sauberem Wasser, was sich insgesamt positiv auf Gesundheit und Umwelt auswirkt.

Auch in der Vergangenheit konnten bereits zahlreiche Projekte unterstützt werden. Von 2009 bis 2012 wurde das Projekt Community Ecosystem Restoration Program in Kanada ausgewählt, um dort das Waldsterben zu verhindern. 2013 bis 2015 konnte mithilfe des Projektes Florestal Santa Maria in Brasilien im Amazonas aufgeforstet werden. Von 2016 bis 2018 konnte durch die Neutralstellung das REDD project in Brazil nut concessions in Madre de Dios (Peru) zum Schutz eines Waldgebietes in Peru beigetragen werden, um so die fortschreitende Entwaldung in Peru aufzuhalten.

In Zukunft soll die neue Berechnungsmethode jährlich Anwendung finden. Auch werden wir uns weiter noch intensiver mit dem Thema "Klimaneutralität" auseinandersetzen. Denn eines ist klar, eine vollkommende Klimaneutralität der Aktivitäten zu erreichen, ist herausfordernd, vielleicht sogar unmöglich. Hierfür müssen alle klimarelevanten Aktivitäten erfasst werden, was nicht immer umsetzbar ist. Die Begrifflichkeit kann zudem irreführend sein. Trotz der Neutralstellung können unsere Aktivitäten auf anderen Ebenen Einfluss auf die Umwelt und das Ökosystem haben. Auch diese Einflüsse möchten wir auf lange Sicht erfassen, abbilden und positiv beeinflussen.