Profis 16.05.2018 — 10:30 Uhr

Tiefpunkt als Wendepunkt

05ern gelingt mit dem Endspurt die Kehrtwende zur rechten Zeit - Trainer Schwarz und Sportvorstand Schröder widmen sich nun der eingehenden Analyse

So enttäuschend das 0:3 in Frankfurt war, diente es doch auch als allerletzter Weckruf für den FSV.

Die Spannung, so gestand Sandro Schwarz, drei Tage nach dem Saisonende am Bruchweg, wo der Cheftrainer und Sportvorstand Rouven Schröder am Dienstagmittag noch ein letztes Mal vor der Sommerpause die Journalisten zum Gespräch empfingen, sie sei mit ein paar Tagen Abstand bereits ein Stück weit abgefallen von seinen Schultern. Nach einer lehrreichen und am Ende erfolgreichen ersten Bundesliga-Saison bieten die kommenden Tage und Wochen nun auch aus Sicht der Verantwortlichen Zeit, ein Resümee zu ziehen. Nach einer Saison, die geprägt war von Höhen und Tiefen, am Ende aber in erster Linie von einem beeindrucken Endspurt, in dem die Mainzer den anvisierten Klassenerhalt bereits einen Spieltag vor Saisonende feiern durften. 

"Glücklich und zufrieden nach einem schweren Jahr" sei er, sagte der Cheftrainer. Immerhin hatte die Ausgangslage der 05er nach der 0:3-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt Mitte März noch alles andere als vielversprechend ausgesehen. Die beiden Niederlagen in Frankfurt (inklusive des Pokal-Aus) seien Tiefpunkte der Saison gewesen, der enttäuschende Auftritt im Liga-Spiel gleichzeitig aber auch ein Wendepunkt, schilderte Schwarz. "In der Länderspielpause haben wir viele Gespräche geführt und uns darauf besonnen, was wir als Mannschaft brauchen, um erfolgreich sein zu können. Intensität, defensive Stabilität und dann offensive Qualität", zählte Schwarz auf. Es sei in den Wochen danach unheimlich wichtig gewesen, sich darauf zu besinnen, welche Art von Fußball auch die Fans des FSV mitgehen. In der Arbeit gegen den Ball habe man danach Fortschritte erzielt und so Selbstvertrauen gesammelt für die spielerischen Elemente und das zuvor häufig nicht zwingend genug umgesetzte eigene Tiefenspiel im letzten Drittel der gegnerischen Hälfte. 

Der Endspurt im Überblick

Trainingsauftakt am 24. Juni

Unter dem Strich, so Schwarz, sei die Kehrtwende zum richtigen Zeitpunkt gelungen, nach einem schwierigen Saisonstart, nach einer von zu vielen Gegentoren nach Standards geprägten Hinrunde, in der zudem zu wenige Tore nach Umschaltaktionen gelangen, wie der gebürtige Mainzer betonte. Hinzu sei der Rückrunden-Auftakt in Hannover gekommen, wo der FSV eine 2:0-Führung verspielte. "Auch ich habe in diesem Jahr viel dazu gelernt", gibt Schwarz zu, "wollte anfangs vielleicht zu schnell zu viel, war ungeduldig". Eine Lehre aus persönlicher Sicht insofern: "Step by step", sprich Schritt für Schritt vorgehen. "Auch das ist eine Erfahrung", sagte Schwarz nach seinem ersten Jahr im Oberhaus, in dem er sich mit dem Team aus seiner Heimatstadt für das zehnte Jahr Bundesliga in Serie qualifizieren konnte. 

Schritt für Schritt gehen Schwarz und ein, nach dem geglückten Ligaverbleib, ähnlich stolzer und zufriedener Sportvorstand nun die Planungen an, was sowohl personelle wie auch die organisatorischen Planungen betrifft. Klar ist bislang nur, dass Eigengewächs Suat Serdar von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch machen und die 05er verlassen wird, während weitere Weichen in den kommenden Wochen gestellt werden sollen. Sorgen, darauf hatte Schröder bereits am Wochenende verwiesen, müsse man sich aber keinesfalls machen. "Wir werden immer Gefahr laufen, mal einen Spieler zu verlieren, wollen aber auch immer selbstbestimmter und attraktiver werden für neue Spieler." Unvorbereitet jedenfalls treffen die Mainzer weder feststehende noch potenzielle Abgänge, zumal das Gerüst um arrivierte Spieler auch in der neuen Saison stehen dürfte.

Gleiches trifft auch auf die Sommervorbereitung zu, deren Rahmenterminkalender mittlerweile fixiert wurde und einen öffentlichen Trainingsauftakt am 24. Juni im Bruchwegstadion vorsieht. Alle Infos zum vorläufigen Sommerfahrplan findet ihr hier. Aber erstmal heißt es, weiter Spannung abzubauen und ein paar Tage durchzuatmen nach intensiven Monaten und Jahren rund um den Bruchweg, wie Schröder nochmal betonte: "In den vergangenen zwei Jahren nicht abgestiegen zu sein, ist eine große Leistung aller Beteiligten. Das verleiht Stärke und lässt uns jetzt gemeinsam umso optimistischer nach vorne blicken." Ein treffendes Schlusswort des Mannes, der in der vergangenen Woche selbst ein unmissverständliches Bekenntnis zu einer Zukunft beim zum FSV abgegeben hatte.

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