Profis 12.02.2018 — 12:30 Uhr

Schröder: "Jeder möchte den Bock umstoßen"

05-Sportvorstand gibt dem Trainer Rückendeckung und erkennt keine Tendenzen fehlenden inneren Glaubens

Es war ganz sicher keine gute Woche für den 1. FSV Mainz 05. Das Pokal-Aus in Frankfurt, gefolgt von der 2:4-Niederlage bei der TSG Hoffenheim, begleitet von Dissonanzen mit den Anhängern. Abstiegskampf bedeutet jedoch, solche Situationen auszuhalten, Rückschläge zu verkraften und weiterhin mit unverminderter Energie, Geschlossenheit und festem Glauben für eine Verbesserung der Lage zu kämpfen. Diese Gelegenheit haben die 05er am Freitagabend (20:30 Uhr) in der Partie bei Hertha BSC im Berliner Olympiastadion. "Wir sind nicht schon abgeschlagen. Wir haben die Möglichkeit, die Dinge in den noch zu spielenden zwölf Begegnungen selbst zu regeln. Wir können und müssen nun in Berlin eine Antwort geben auf das, was wir nicht gut gemacht haben", sagt der 05-Trainer.

Der Glaube daran ist fest verankert bei Schwarz, bei den 05-Profis, im Verein und vor allem beim Sportvorstand. "Diesen inneren Glauben brauchen wir alle unbedingt. Da dürfen wir nicht verzagen, auch wenn uns viele schon abschreiben", sagte Rouven Schröder. Die Mannschaft hat auf die Vorkommnisse in der Sinsheimer Arena mit einem offenen Brief an die Anhänger reagiert, an deren Unterstützungsbereitschaft appelliert auch bei Rückschlägen und gleichzeitig untermauert, dass das Team selbst auf dem Platz Zeichen setzen und in Vorleistung gehen muss. Schröder kündigte zudem an, in dieser Woche noch auf die Fans zuzugehen und Gespräche zu führen. Die Lage im Moment ist alles andere als prickelnd, doch bei weiten nicht hoffnungslos. "Das, was heute passiert ist, kann zusammenschweißen", sagt der 42-Jährige.

Zeichen der Gemeinschaft

Trotz der neuerlichen Niederlage habe man deutlich gemerkt, dass die Mannschaft geschlossen auftreten wolle. "Jeder in dieser Mannschaft möchte den Bock umstoßen. Das spürst du, wenn du in die Kabine guckst, jedem Einzelnen ins Gesicht guckst, jedem Spieler, jedem Physio, jedem. Der Glaube ist da", so der Vorstand. "Du hast da nicht fünf Leute, die sagen, hoffentlich ändert sich irgendwas, vielleicht geht jetzt der Trainer oder der Sportvorstand. Wenn das so wäre, dann müsste man handeln und nicht irgendwas im Wege stehen. Dafür sind wir ganz sensibel, unsere Antennen sind draußen, das würden wir spüren, aber das ist aber absolut nicht der Fall", sagt Schröder. "Nach dem Spiel waren alle in der Kabine, keiner hat geduscht, alle waren da und haben gewartet, bis wir uns alle zusammen in die Augen geschaut und die Dinge besprochen haben. Das ist für mich ein Zeichen der Gemeinschaft", so der Sportvorstand, der zudem noch einmal bekräftigte: "Der Trainer hat unsere volle Rückendeckung."

Die Vorstellung der Mannschaft gegen ein stark aufspielendes Hoffenheimer Team war über weite Strecken nicht so schlecht, wie das Ergebnis andeutet. Das Problem war allerdings auch in dieser Partie wieder, dass die 05er dem Gegner das Toreschießen zu einfach machten. "In der Situation, in der wir drinstecken, geht es in allererster Linie darum, Gegentore zu verhindern. Wenn du zwei Auswärtstore schießt, kann das auch mal ausreichen, um ein Spiel zu gewinnen. Abstiegskampf bedeutet Tore verhindern, Standards zu verteidigen", sagt Schwarz. "Mit vier Gegentoren werden wir nicht so häufig Punkte holen können. Der Schlüssel muss sein, das zu verhindern", sagt der 39-Jährige.

Verbesserungspotenzial im Kettenverhalten

Es sind immer wieder die relativ einfachen Ballverluste im eigenen Aufbauspiel, die zu Toren führen wie beim 0:1 und beim 1:3. Verbunden mit einer gewissen Passivität, die auch beim zweiten Treffer der TSG, nach einem ruhenden Ball, um sich griff. Mit Ausnahme des direkt verwandelten Freistoßes zum 4:2 gab es bei allen Gegentoren genügend Möglichkeiten, die Situation zu bereinigen. "Im Kettenverhalten haben wir auf jeden Fall Verbesserungspotenzial", erklärt der 05-Trainer und beschreibt damit den Arbeitsauftrag für diese Trainingswoche.

Es gab aber auch positive Aspekte. Zum Beispiel die Leistung von Emil Berggreen. Der Mittelstürmer erzielte seinen zweiten Doppelpack und überzeugte im Angriffszentrum mit Willen und Durchsetzungsvermögen. Der Däne führte und gewann eine große Anzahl an Kopfballduellen, war anspielbar, behauptete sich und leitete die Bälle weiter. "Emil war ein wichtiger Faktor in unserem Spiel. Er hat seine Torgefahr im Strafraum wieder unter Beweis gestellt. Das tut uns gut, gerade in unserer Situation, in der du nicht immer spielerisch die Dinge lösen kannst", sagt Schwarz. "Wir brauchen nun aber viele kleine Schritte, um den großen Schritt zu machen und wieder ein Spiel zu gewinnen."

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