Profis 17.05.2018 — 10:00 Uhr

"Am Ende muss das Puzzle stimmig sein"

Bei Rouven Schröder laufen die Kaderplanungen auf vollen Touren: Keine Freigabe für Abdou Diallo

Rouven Schröder arbeitet intensiv an der Kaderplanung. Jean-Philippe Gbamin könnte dabei ein entscheidendes Puzzleteil werden.

Die Fußballprofis des 1. FSV Mainz 05 haben größtenteils am Sonntag nach dem Bundesligafinale ihren Urlaub angetreten. Bis zum 24. Juni ruht der Trainingsbetrieb, ehe der Startschuss für die Vorbereitungen auf die neue Saison fällt. Für den Sportvorstand allerdings sind in absehbarer Zeit keine Ferien in Sicht. Rouven Schröder steckt tief in den Personal-Planungen. "Wir sind voll dabei", sagte der 42-Jährige im Rahmen der Medienrunde zum Saisonabschluss. "Durch unsere Situation im Abstiegskampf war ja an der Angel, die wir ausgeworfen haben, bisher kein Futter dran. Jetzt können wir etwas an den Haken hängen." Schröder rechnet mit einer ereignisreichen Sommerpause. "Ich bin gespannt, was kommt."

Einige Personalien sind bereits geklärt. Suat Serdar, das 05-Eigengewächs, hat bekanntlich von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch gemacht und verlässt den Klub. Gaetan Bussmann kehrt vom SC Freiburg zurück, Aaron Seydel kommt zurück von Holstein Kiel. Bei allen Übrigen an andere Klubs verliehenen 05-Profis ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Im Umfeld wird in diesen Tagen viel diskutiert über mögliche Abgänge. Ob Yoshinori Muto den Verein verlässt oder Jean-Philippe Gbamin, oder gar Publikumsliebling Pablo De Blasis. Entscheidungen sind noch keine gefallen. Auch über einen Weggang von Abdou Diallo ist spekuliert worden. Doch im Falle des französischen Verteidigers hat der Sportvorstand nun eine klare Linie vorgegeben. "Abdou ist ein Spieler, der die Bundesliga sofort adaptiert und sich total gut entwickelt hat, der trotz mal einem schwächeren Spiel immer seine Leistung gebracht hat, auch auf verschiedenen Positionen. Er hat einen Fünf-Jahres-Vertrag bei uns unterschrieben. Wir sind nicht gewillt, diesen Spieler nach einem Jahr abzugeben. Diallo ist Stammspieler, Leistungsträger und ein Mehrwertspieler für uns."

Gespräche mit De Blasis

Was die Ambitionen von De Blasis betrifft, der zuletzt angedeutet hatte, mit 30 Jahren noch einmal eine neue Herausforderung, einen neuen Lebensmittelpunkt im Ausland suchen zu wollen, besteht bei Schröder Gesprächsbereitschaft. "Dass er seine Wünsche äußern kann, ist doch völlig normal. Dass er es öffentlich gemacht hat, war unnötig. Aber wir beschäftigen uns natürlich damit", sagt der Sportvorstand. "Pablo muss aber wissen und beachten, dass es ein Vertragsverhältnis gibt beim Verein. Wir werden das alles in Ruhe besprechen." Das gilt auch für Wintertransfer Nigel de Jong, der seinen Wunsch geäußert hat, in Mainz bleiben zu wollen. "Bei Nigel besteht eine absolute gegenseitige Wertschätzung. Wir werden mit ihm sehr offene Gespräche führen."

Gbamin und Muto, beide aus England umworben und offenbar nicht abgeneigt, in die Premier League zu wechseln, dürften zum Kernpunkt der aktuellen Transferpolitik werden. "Wir müssen in Mainz immer Spieler haben, die auffallen, die auf dem Markt so interessant sind, dass sie nachgefragt werden. Wir werden nie am Ende der Nahrungskette stehen. Wir laufen immer Gefahr, gewisse Spieler zu verlieren, aber wenn es keine Nachfrage nach unseren Spielen geben würde, dann wäre der Verein über kurz oder lang nicht mehr existent", erklärt Schröder. "Wir sind auf Transfereinnahmen angewiesen. Auch, um uns in der Infrastruktur weiter zu entwickeln. Es wird aber immer Möglichkeiten geben, Spieler zu ersetzen. Vielleicht nicht immer sofort eins zu eins, weil wir nicht das Budget haben, um die Schublade weit aufzumachen. Wir merken selber, dass der Anspruch auch für uns immer höher wird, und dass wir am liebsten immer im obersten Regal fischen würden, aber das ist nicht immer umzusetzen vom Budget her." Da sei Geduld gefragt.

Transferfenster in England früher zu

Was mögliche Neuzugänge betrifft, hält sich der 42-Jährige jedoch wie üblich bedeckt. Schröder glaubt ohnehin, dass sich viele Transfers erst nach der Weltmeisterschaft realisieren lassen. Wenn die Topvereine Spieler verpflichten, die in Russland auf sich aufmerksam gemacht haben und dafür Profis aus ihrem Kader abgeben wollen.

"Am Ende muss das Puzzle stimmig sein. Das ist die Aufgabe", sagt der Sportvorstand, der es zudem spannend findet, dass die Engländer in diesem Jahr ihr Transferfenster vier Wochen früher schließen als hierzulande. "Das ist wunderbar, dann kann man mit dem eingenommenen Geld mehr machen." Mit Einnahmen aus eventuellen Transfers auf die Insel lasse sich ruhiger nach Ersatz auf dem Markt suchen.

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