Profis 11.09.2017 — 13:00 Uhr

Wegweisende Schlüsselmomente

05-Trainer Sandro Schwarz führt den ersten Saisonsieg nicht auf die Systemumstellung zurück

Die Vorentscheidung: Grenzenloser Jubel brach in der OPEL ARENA nach dem ersten Bundesliga-Tor von Suat Serdar aus.

Nicht etwa das neue System war es, anhand dem 05-Trainer Sandro Schwarz den ersehnten ersten Saisonsieg gegen Bayer Leverkusen am Samstagnachmittag in der OPEL ARENA festmachte. Vielmehr seien es mehrere Schlüsselmomente gewesen, die dazu geführt hätten, dass sich die Mainzer für die Arbeit der vergangenen Monate nun auch in der Bundesliga endlich belohnen konnten. Allen voran der Vollsprint von Danny Latza kurz nach dem 0:1-Rückstand, mit dem der defensive Mittelfeldspieler ein zweites Gegentor dank seiner beherzten Grätsche gegen Kevin Volland nach einem Lauf über das halbe Spielfeld verhindert hatte (24.), sei ein wichtiges Signal gewesen, so Schwarz nach seinem ersten Dreier im Fußball-Oberhaus. 

Während der zur Pause verletzungsbedingt ausgewechselte Latza defensiv Schlimmeres verhindert hatte, war es mit dem Pausenpfiff dann Yoshinori Muto, der seine Abschlussqualitäten bei einem feinen Seitfallzieher nach tollem Solo von Daniel Brosinksi unter Beweis stellte und, so Sportvorstand Rouven Schröder, "für eine breite Brust in der Kabine" sorgte. Mitentscheidend für den weiteren Verlauf des Nachmittags ohne Zweifel auch der Zeitpunkt dieses umjubelten Ausgleichstreffers. Dass aufgrund des notwendigen Wechsels (Latza angeschlagenen raus) zu Beginn des zweiten Durchgangs in Suat Serdar (seit 2008 im Verein) aus der 05-Nachwuchsschmiede der spätere Torschütze zum spielentscheidenden 3:1 (71.) den Platz betreten durfte; auch dies ein Schlüsselmoment an diesem aus 05-Sicht so richtungsweisenden Nachmittag. Schwarz hatte den unbedingten "Bock auf Torjubel" in den rot-weißen Reihen im Vorfeld der Partie nach zwei 0:1-Niederlagen gegen Hannover und den VfB Stuttgart unterstrichen.

"So viel ändert sich durch das System nicht"

Dass sie es noch können, bewiesen die 05er gegen Leverkusen vor knapp 25.000 Zuschauern in der Arena, die vor allem nach der Pause einen überzeugenden Auftritt ihres FSV zu sehen bekamen, der erstmals in dieser Saison im variablen 5-2-2-1-System aufgelaufen war. Defensiv ließen sich die beiden äußeren Mitglieder der Fünferkette (Brosinski & Giulio Donati) zurückfallen und schalteten sich im Spielaufbau oder in den Umschaltsituationen immer wieder über die Außenbahnen mit ein. Ein gelungener Schachzug, den Schwarz aber nicht überbewertet wissen wollte: "So viel ändert sich durch das System nicht. Wichtig sind unsere Grundprinzipien, die wir trainieren und verinnerlichen wollen." Dennoch, dank der Umstellung gelang es den Mainzern, die schnellen Leverkusener Offensivspieler wie Volland, Julian Brandt oder Karim Bellarabi weitestgehend in Schach zu halten. Defensiv überzeugend und offensiv endlich mit der gewünschten Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor traten die Mainzer so auf.

Dass mit Serdar und Neuzugang Abdou Diallo zum zwischenzeitlichen 2:1 (57.) dabei gleich zwei 05er ihre Bundesliga-Tor-Premiere feiern durften, war so etwas wie das i-Tüpfelchen auf einen rundum perfekten Mainzer Nachmittag. Mit den ersten drei Punkten im Gepäck starten die Mainzer somit am Dienstagvormittag bei der ersten von zwei öffentlichen Trainingseinheiten am Bruchweg in die Matchvorbereitung auf das Spiel bei Bayern München am Samstagnachmittag (Anpfiff in der Allianz Arena: 15:30 Uhr). "Kompliment an Sandro Schwarz und sein Team. Es war wichtig, dass wir nach den beiden Niederlagen die Ruhe bewahrt haben", sagte ein hochzufriedener Schröder nach dem Sieg gegen Bayer. In aller Ruhe können die Mainzer nun auch die nächste Herausforderung beim Rekordmeister angehen. 

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