1. FSV Mainz 05

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    29.07.10 : Profis

    Thomas Tuchel: „Mannschaft hat außergewöhnlichen Willen“

    Die Profis des 1. FSV Mainz 05 sind auf einem guten Weg. Nach zwei überzeugenden Testspielauftritten gegen Alemannia Aachen (4:0) und den griechischen Meister Panathinaikos Athen (2:0) und äußerst engagierten Trainingseinheiten geht das Trainingslager des 1. FSV Mainz 05 am Donnerstag zu Ende. Zeit für ein Zwischenfazit in Stichworten. 

    Das Team: Das vielleicht wichtigste Signal, das die Profis des 1. FSV Mainz 05 im Trainingslager in Flachau sendeten: Wir sind ein Team! Dabei geht in der vordergründigen Betrachtung zunächst einmal um das Auftreten während der offiziellen Arbeitszeit – also während der Übungsstunden und den Testspielen. Trainer und Mannschaft arbeiten konsequent und hoch konzentriert nach einem gemeinsamen Plan. Das klingt banal, ist für die Zustandsbeschreibung dieses Team der wichtigste Faktor überhaupt und – die 05er wissen es aus der gar nicht einmal so fernen Vergangenheit – keine Selbstverständlichkeit. Die Trainingsarbeit ist sehr ausgeklügelt und bewegt sich stets im Spannungsfeld zwischen gruppentaktischen Aspekten und individueller Belastungssteuerung. Die Mannschaft setzt die Vorgaben im Training mit großer Leidenschaft um. „Sportlich und charakterlich passt es in dieser Mannschaft. Sie zeigt einen außergewöhnlichen Willen zur Leistungsbereitschaft und Weiterentwicklung“, sagt Trainer Thomas Tuchel.

    Von Zufriedenheit oder Bequemlichkeit nach der überaus erfolgreichen vergangenen Saison keine Spur.

    Die Spielidee: Positionsdisziplin ist eines der Schlagwörter von Trainer Thomas Tuchel. Das Trainingslager in Flachau vermittelte einen sehr guten Eindruck davon, dass vor allem jene Spieler, die schon in der vergangenen Saison zum Kader gehörten, das Verständnis für ihre taktischen Rollen verinnerlicht haben. „Wir starten mit unserer Arbeit daher auf einem höheren Niveau“, sagt Trainer Tuchel. Im Fokus der Arbeit in Flachau stand die Defensivarbeit. Die Testspiele ohne Gegentore bestätigten die Eindrücke aus dem Training und dürfen als Indiz herhalten, dass die Mannschaft taktisch sehr stabil arbeitet. In der offensiven Spielentwicklung ist die Handschrift des Trainers ebenfalls klar zu erkennen. Flaches, direktes Spiel in die Offensive mit wenigen Ballkontakten. Die gewonnene Qualität bei eigenem Ballbesitz gehörte bereits in der vergangenen Saison zu den in der veröffentlichten Meinung beinahe etwas verkannten positiven Entwicklungen des Teams. „In den noch ausstehenden Tagen der Vorbereitung bringen wir Offensive und Defensive zusammen und versuchen eine gute Balance zu finden“, sagt Tuchel. 

    Das Personal: Die Mannschaft steht hervorragend im Saft. Auch im Trainingslager ist die Gruppe weitgehend von Verletzungen verschont geblieben. Einzig Torwart Heinz Müller machte den 05ern mit einem im Testspiel gegen Alemannia Aachen erlittenen Längsriss im hinteren Kreuzband des rechten Knies ein wenig Sorgen. Mittlerweile deutet die ärztliche Prognose aber darauf hin, dass der Keeper Anfang Oktober wieder zur Verfügung stehen kann. Auffällig ist die ungeheure Leistungsdichte im Kader auf fast allen Positionen. Gesucht werden noch ein dritter Torhüter neben Heinz Müller und Christian Wetklo sowie ein flexibel einsetzbarer Angreifer, dessen Profil idealerweise jenes der aktuellen Offensivkräfte des Kaders sinnvoll ergänzt. Die Sondierung von Manager Christian Heidel geht dabei in die finale Phase. 

    Das Saisonziel: Die Ausgabe von Saisonzielen und Prognosen ist eine der schon fast lästigen Forderungen, die Journalisten in diesen Tagen an die Bundesligatrainer stellen. Thomas Tuchel wird diesem Anspruch nicht in Form eines Tabellenplatzes gerecht. „Wir machen unsere Saisonziele nicht an einem Tabellenplatz fest“, sagt der Trainer. Platz neun aus der Vorsaison soll keine Hypothek darstellen. „Es ist durchaus möglich, dass sich die Mannschaft sehr gut weiter entwickelt, wir aber vielleicht eine schlechtere Platzierung einnehmen. Dazu gehören ja viele Faktoren, beispielsweise, dass da ja auch noch andere Mannschaften in der Liga mitspielen. Mir ist aber völlig fremd irgendein negatives Szenario anzunehmen.“ Die besten Gegenargumente haben die Profis selbst bisher in der Vorbereitung geliefert: Dieses Team ist längst noch nicht am Ende seiner individuellen und mannschaftlichen Entwicklung.

    Porträt

    Sami Allagui

    Sami Allagui
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