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05.02.10 : Profis
Tuchel vor dem Gladbach-Spiel: „Punkte gibt es nie im Vorbeigehen“
Am Sonntag um 15:30 Uhr erwarten die 05er Borussia Mönchengladbach am Bruchweg. In den Medien ist häufig von einem „Spiel auf Augenhöhe“ die Rede. Sicher gibt es Parallelen, zumal man auch in der Tabelle relativ dicht aneinander läge, aber dennoch betont der Mainzer Coach Thomas Tuchel, dass trotz allem dieselbe Obacht geboten sein muss wie gegen Bayern München oder Bayer Leverkusen. „Punkte gibt es gegen niemanden einfach so im Vorbeigehen, wir müssen immer an unsere Leistungsgrenze gehen“, konstatierte der Fußballlehrer auf der Pressekonferenz vor der Begegnung.
Der Trend bei Borussia Mönchengladbach geht aufwärts. Auch dank der Wintereinkäufe, allerdings der aus dem vergangenen Jahr. Der brasilianische Innenverteidiger Dante und der belgische Schlussmann Logan Bailly sind stabile Größen in der Mannschaft. Und der im Sommer von Rot-Weiß Ahlen gekommene Marco Reus macht den Weggang von Marko Marin zu Werder Bremen vergessen. Zum Ende der Hinrunde hat man sein Soll in Mönchengladbach erfüllt, und Siege wie der vom vergangenen Samstag gegen Werder Bremen stärken das Selbstbewusstsein der Borussia. Die Heimserie der 05er soll endlich gekappt werden. „Wir haben viel Selbstvertrauen getankt und irgendwann sind auch die Mainzer mal zu Hause fällig“, wird Thorben Marx im Express zitiert. Etwas vorsichtiger geht der Neu-Trainer seit dieser Saison und Alt-Gladbacher Michael Frontzeck an die Sache heran. „Sie haben mit die wenigsten Gegentore im eigenen Stadion hinnehmen müssen, sie sind daheim noch ungeschlagen und treten sehr organisiert auf, wie wir im Hinspiel gesehen haben, das wir verdient, aber nur knapp, gewonnen haben“, erklärte der Borussen-Coach auf der Pressekonferenz in Mönchengladbach vor dem Spiel, „wir müssen eine Mischung finden zwischen der Offensivleistung gegen Bremen und der Defensivleistung in Berlin – und wir sind sehr gut vorbereitet.“
Mit der Leistung im vergangenen Mainzer Spiel in München gegen den FC Bayern war Thomas Tuchel nicht zufrieden. „Wir waren zu wenig aggressiv, zu passiv und zu langsam“, so der 05-Trainer. Dass man verliert, wenn man nicht zu 100 Prozent an seine Leistungsgrenze geht, hat Tuchel schon vor der Niederlage beschworen. Auch gegen Borussia Mönchengladbach gelte dasselbe Prinzip. „Wir haben sind in der Rolle des Aufsteigers mit geringem Personaletat. Trotz allem sind wir konkurrenzfähig – wir brauchen dazu aber auch Matchglück im Spielverlauf. Borussia Mönchengladbach hat eine hohe Qualität, insbesondere in der Offensive. Wir haben ein schweres Spiel vor der Brust“, erklärt Tuchel. Der Fußballlehrer erwartet eine konterstarke Mannschaft, die nach dem überzeugenden Bremen-Sieg mit breiter Brust auflaufen wird. „Auswärts stehen sie sehr defensiv, sehr kompakt, aber mit den schnellen Offensivspielern kann’s auch ganz schnell gefährlich werden“, schätzt der Trainer, „bei uns wird es viel darauf ankommen, ob wir die Balance finden können zwischen hohem Tempo, Wachsamkeit und guter Grundordnung.“ Das sind schon einige Aufgaben für die Tuchel-Elf, und um die Schwere dieser weiß auch der Trainer.
„Personell hat sich bei uns einiges geändert, wir müssen schnell eine neue Ordnung schaffen“, spricht der Trainer insbesondere die Abwehrreihe an. Zsolt Löw wurde gerade erst am Sprunggelenk operiert und fällt definitiv für links flach. Florian Heller hat heute zwar am Lauftraining teilgenommen, aber ob er nach seinem Augenhöhlenbodenbruch am Wochenende spielen kann ist fraglich. Somit steigen die Chancen für die Neuzugänge Malik Fatih und Radoslav Zabavnik. „Die beiden haben einfach eine grundsätzliche Qualität, sie haben sich gut eingefügt und sind im Training sehr konzentriert bei der Sache“, berichtet Tuchel. Dass es aber gerade in der Viererkette auf Eingespieltheit und Kommunikation ankommt, weiß auch der Mainzer Coach. Weitere Baustelle für Tuchel: die Zehnerposition. Andreas Ivanschitz ist gelbgesperrt, Jan Simak hat die Woche mit Adduktorenproblemen zu kämpfen und konnte noch nicht mit der Mannschaft trainieren. „Filip Trojan, Adam Szalai, André Schürrle und Elkin Soto währen Optionen für die Zehn. Vielleicht ändern wir auch die taktische Grundordnung. Schauen wir mal“, so Tuchel. Die Statistik ist auf jeden Fall auf Seiten der 05ern denn bei den vergangenen drei Auswärtsfahrten nach Mainz kassierten die Borussen drei Niederlagen – 0:3, 0:3 und zuletzt 1:4. „Es gibt keinen Grund, dieses Spiel nicht auch gewinnen zu wollen“, schmunzelt Tuchel, „schließlich wollen wir unseren Zuschauern auch etwas bieten!“