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Spielberichte - Freitag, der 15. August 2014 22:15 Uhr

Bitteres Aus im Elfmeter-Drama

Pokal-Aus für Mainz 05 beim Chemnitzer FC trotz hartem Kampf und vielen Toren

Fortuna hatte kein Herz für die 05er in Chemnitz. Trotz redlicher Offensivmühen, sehenswerten Toren und einer Vielzahl von Tormöglichkeiten zog der FSV beim Tabellenführer der Dritten Liga, dem Chemnitzer FC, den Kürzeren. Vorne treffsicher, hinten zu viele Gegentore und in den entscheidenden Momenten stand das Aluminium im Weg – trotz Kampf bis zum Schluss und Last-Minute-Einzug ins Elfmeterschießen reichte es am Ende nicht für die Mainzer.

05-Trainer Kasper Hjulmand überraschte mit einer ganz neuen Aufstellung. Fünf Akteure aus der Startelf aus Tripoli nahmen zunächst auf der Bank Platz, dafür gab unter anderem Neuzugang Filip Djuricic sein Startelfdebüt in einem Mainzer Pflichtspiel. Die 05er starteten mit der ersten Torchance in die Partie, Shinji Okazaki nahm den Ball von der Strafraumgrenze volley, aber Keeper Philipp Pentke rettete für Chemnitz zur Ecke (5. Minute). Auch Ja-Cheol Koo prüfte Pentke per Schlenzer (8. Minute), sein Nationalmannschaftskollege Joo-Ho Park, der heute auf der Sechs spielte, setzte das Leder kurz danach über die Latte. Chemnitz kam offensiv nach zehn Minuten ins Spiel, beim Schuss von Philip Türpitz musste sich Loris Karius ordentlich strecken. Die 05er blieben offensiv am Drücker und wurden für die Mühen belohnt. Niki Zimling nutzte einen unglücklichen Klärungsversuch des CFCs und zog von der Strafraumgrenze ins linke obere Eck ab – die 1:0-Führung für den FSV (24. Minute). Die Partie nahm an Fahrt auf, Chemnitz versuchte jetzt offensiv mehr. Über Standards kämpfte sich das Team von Karsten Heine immer wieder vor das Mainzer Tor, allerdings zunächst ohne durchschlagenden Erfolg. Die größeren Tormöglichkeiten gingen indes aufs Mainzer Konto. Erst verzog Zimling aus zweiter Reihe (32. Minute), dann versuchte es Djuricic aus 15 Metern, allerdings hielt Pentke das Leder fest (41. Minute).

Beide Teams kamen unverändert aus der Kabine, aber diesmal startete der Chemnitzer FC besser ins Match. Marco Kehl-Gomez nutzte einen Passfehler der 05er in der hinteren Reihe aus und zog ab, zum Glück für die 05er allerdings am Tor vorbei (46. Minute). Die Nullfünfer schlugen allerdings direkt zurück, Djuricic steckte den Ball sehenswert auf Shinji Okazaki durch, der im 1:1 mit Pentke cool blieb und zum 2:0 einnetzte (49. Minute). Doch Chemnitz versteckte sich nicht und verkürzte fünf Minuten später zum 1:2, Kapitän Anton Fink schlenzte nach Freistoß für den CFC den Ball ins Eck. Und dabei blieb es nicht – wieder kam Fink vors Tor und wieder klingelte es im Kasten von Karius – 2:2 für den Chemnitzer FC nach 56 Minuten. Die Partie war wieder offen und das Chemnitzer Publikum gab Gas. In hitziger Stadionatmosphäre versuchten die 05er, nicht den Faden zu verlieren und drückten nach vorn in Person von Koo und Okazaki. Doch Koo war in der 59. Minute einen Schritt nach Pentke am Ball, und Okazaki schlenzte in der 60. Minute am leeren Tor vorbei. Nach 64 Minuten war es wieder Koo, der zum Torabschluss kam, allerdings verpasste er das Tor um Zentimeter. In der 68. Minute war Okazaki wieder der Pechvogel – sein Lupfer über Pentke ging an die Latte. Brosinksi, der mittlerweile für Benedikt Saller nach rechts in die offensive Dreierreihe gerutscht war, prüfte in der 72. Minute Pentke, doch der CFC-Keeper konnte den Schuss aus spitzem Winkel noch zur Ecke lenken. So viele Offensivmühen mussten einfach belohnt werden – Ja-Cheol Koo brachte die 05er in der 73. Minute wieder in Front, und zwar mit einem schönen Tor aus der zweiten Reihe nach Vorlage von Brosinski. Eine Minute später konnten die 05er sogar fast noch erhöhen – Johannes Geis‘ Freistoß ging nur knapp über die Querlatte. Der 21-Nationalspieler war zuvor für Zimling gekommen. Chemnitz blieb gefährlich: Beim Freistoß von Kehl-Gomez musste Karius nachfassen (81. Minute). Und dann hatten die 05er Pech – Niko Bungert verlängerte eine Rückgabe ins eigene Tor, der CFC war wieder dran. Der FSV versuchte alles für das späte Tor, aber auch hier hatte Fortuna kein Herz für die 05er, Geis‘ Freistoß verfehlte sein Ziel denkbar knapp und Yunus Malli traf Sekunden vor dem Schlusspfiff nur den Pfosten.

Es ging in die Verlängerung in Chemnitz, und der FC warf sich beherzt in die Bälle. Und hatte das bessere Ende zunächst für sich. In der 103. Minute köpfte der eingewechselte Markus Ziereis den CFC erstmals in Front. Danach liefen die 05er dem Rückstand hinterher, ohne jedoch aufzugeben. Koo und Malli hatten zweimal die Gelegenheit auf den Ausgleich, scheiterten aber an Keeper Pentke. Dann kam Niko Bungert, der per Kopf den Ausgleich erzielte und somit sein Eigentor aus der regulären Spielzeit wieder egalisierte. Die 05er bliebe dran, aber wieder kostete eine Unsicherheit in der Defensive ein Gegentor. Kehl-Gomez brachte sein Team erneut in Führung, und der CFC versuchte, diese bis über die Zeit zu retten. Dennoch kämpfte die Hjulmand-Elf bis zum Schluss und gab sich auch Sekunden vor dem Ende nicht auf, als Johannes Geis beherzt zum Lupfer aus 40 Metern ansetze – und traf! Elfmeterentscheidung im Stadion an der Gellertstraße, und die 05er starteten mit zwei Toren von Geis und Koo. Der dritte Schütze Gonzalo Jara indes scheiterte im Duell gegen Pentke. Auch wenn Park und Brosinski noch für die 05er trafen, war das Aus mit dem letzten Versuch von Anton Fink besiegelt, der das Leder an Karius vorbei zum 6:5-Sieg nach Elfmeterschießen für den Chemnitzer FC schoss.

Kasper Hjulmand nach dem Spiel: „Wir haben eigentlich ein gutes Spiel gemacht bis zum 2:0, aber danach haben wir beim 1:2 gezeigt, dass wir hinten ein bisschen gewackelt haben und noch ein zweites Gegentor in fünf Minuten gefangen, was natürlich nicht gut war. Wir hatten danach viele, viele große Chancen, dieses Spiel zu gewinnen, haben diese aber nicht gemacht. Und dann wird es eben ein dramatisches Pokalspiel.“

Karsten Heine, Trainer des CFC: „Im Pokal gibt es nur weiter oder nicht – da ist der Spielverlauf zweitrangig. War was Spannung und Leidenschaft angeht auf jeden Fall ein Wahnsinnsspiel, was die Zuschauer so sicher noch nicht alle erlebt haben. Das war nichts für schwache Nerven.“

Chemnitzer FC: Pentke - Conrad, Endres, Röseler, Poggenberg (83. Ziereis) - Türpitz, Stenzel, Lais (68. Grabuschewski), Ofosu (73. Hofrath) - Fink, Kehl-Gomez.             

Trainer: K. Heine

Mainz 05: Karius – Brosinski, Bell, Jara, Diaz – Zimling (73. Geis), Park – Saller (68. Bungert), Djuricic (60. Malli), Koo – Okazaki.

Trainer: K. Hjulmand

Schiedsrichter: P. Ittrich

Tore: 0:1 Zimling (24. Minute), 0:2 Okazaki  (49. Minute), 1:2 Fink (53. Minute), 2:2 Fink (56. Minute), 2:3 Koo (73. Minute), 3:3 Bungert (ET, 85. Minute), 4:3 Ziereis (103. Minute), 4:4 Bungert (109. Minute), 5:4 Kehl-Gomez (119. Minute), 5:5 Geis (120. + 2 Minute)

Elfmeterschießen: 0:1 Geis, 1:1 Garbuschewski, 1:2 Koo, 2:2 Türpitz, 2:2 Jara, 3:2 Hofrath, 3:3 Park, 4:3 Kehl-Gomez, 4:4 Brosinski, 5:4 Fink

Zuschauer: 10.287

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