1. FSV Mainz 05

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Tischtennis

    Die Nummer 1 des Tischtennis in Rheinhessen

    Die Chronik der Tischtennisabteilung des 1. FSV Mainz 05 ist eine kontinuierliche Erfolgsgeschichte. Seit der Gründung der Abteilung bis zum heutigen Zeitpunkt ist sie ein Aushängeschild für den Tischtennissport in Mainz. Unzählige Titel im Einzel- und Mannschaftsspielbetrieb dokumentieren den Erfolg, der den Verein weit über die Grenzen Rheinhessens hinweg auch im Tischtennis bekannt machte und ihm zu Ehren verhalf. Die Tischtennisabteilung konnte in der Vergangenheit mit Patrick Baum sogar einen Junioren Weltmeister (2005) und Vize-Europameister (im Herreneinzel 2010) im 05-Dress präsentieren. Das Training und die Meisterschaftsspiele finden in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bruchwegstadion in der Turnhalle der Astrid-Lindgren-Schule statt. Das Jugend und Schülertraining bietet hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten durch die Anleitung erfahrener Trainer die teilweise selbst unsere 1.Herrenmannschaft verstärkt haben und mit Freude kleine Talente zu erfolgreichen Spielern formen. Jeder ist in unserem Training oder zum Besuch unserer Meisterschaftsspiele herzlich willkommen! Der Eintritt auch für die Meisterschaftspiele unserer 1. Mannschaft (Regionalliga, dritthöchste Spielklasse Deutschlands) ist frei und bietet Tischtennis der Extraklasse!

    Hier finden Sie Spielpläne und Ergebnisse.

    Die Anfänge der Tischtennisabteilung sind in der Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg verwurzelt. Tischtennis-Enthusiasten hatten sich zunächst unter dem Dach des Mainzer Rudervereins versammelt. Doch nach der Währungsreform wurde den Spielern – in der Mehrzahl Schüler mit schmalem Portemonnaie – dort der Beitrag zu hoch. Es wurden Kontakte zum 1. FSV Mainz 05 geknüpft und man wurde sich schnell einig: Im Spätsommer 1949 erblickte die Tischtennisabteilung als ein neues Kind der 05-Familie das Licht der Welt. Acht Freunde dieses Sports waren es, die als Taufgeschenk nicht mehr als den guten Willen mitzubringen hatten. Doch sie schafften es. Unter der Ägide des Abteilungsleiters Philipp Diefenbach machten die Tischtennisspieler ihrem Verein von Anfang an alle Ehre. Wenige Wochen nach der Gründung der Abteilung konnte mit zwei Sechser-Mannschaften der Wettspielbetrieb aufgenommen werden. Der Start war gut. Es war besonders erfreulich, dass bereits im Gründungsjahr die 05-Spieler Geis, Diefenbach und De Thier an den Deutschen Einzelmeisterschaften in Rheydt teilnehmen konnten.

    In den frühen 50er Jahren wurde der Topspin, die bekannteste Schlagtechnik im Tischtennis, in Deutschland eingeführt. Und wer hätte das gedacht: Die Tischtennis-Abteilung des 1. FSV Mainz 05 darf die nationalen Urheberrechte für sich reklamieren. Es war 1951 oder ‘52, so ganz genau weiß das heute keiner mehr, als im Training der 05er ein unscheinbarer, schmaler, dunkelhäutiger Mann auftauchte. Zunächst wurde er nicht weiter beachtet. Als sich Werner Wehner schließlich erbarmte und mit dem jungen Mann ein paar Ballwechsel spielte, staunte er nicht schlecht: Sein Gegenüber hatte eine ganz eigenartige Angriffstechnik. Der  nbekannte schlug nicht mit dem Schlägerblatt senkrecht auf die weiße Kugel, sondern „zog“ mit angewinkeltem Schläger den Ball übers Netz. Dabei versetzte er dem Ball eine starke Rotation, wodurch die Zelluloidkugel beim Abspringen noch an Geschwindigkeit gewann – der Topspin. Den hatte man nicht nur bei den Mainzern, sondern auch in ganz Deutschland noch nicht gesehen. Werner Wehner wusste im übrigen auch gar nicht, wie er auf diesen neuen Schlag reagieren sollte. Schnittabwehr oder Blockball als Entgegnung auf den Topspin kannte man ja auch noch nicht.

    Der junge Mann, der diese neuartige Schlagtechnik einführte, hieß Cudhir Kakhar. Die 05er zögerten nicht lange und integrierten den mehrfachen indischen Meister in ihr Team.

    Als 1954 für Teams aus Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordbaden und dem Saarland die Oberliga Südwest aus der Taufe gehoben wurde, damals die höchste Spielklasse, waren die Mainzer mit dabei. Ohne Unterbrechung gehörten sie dieser Klasse bis 1972 an. Ihren größten Erfolg feierten die 05er 1956, als sie bis in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft vordrangen. 

    Einer der Leistungsträger in diesem Team und trotz eines Cudhir Kakhar der erste Star der 05-Tischtennisspieler war ein Eigengewächs. Dieter Köhler war schon als Jugendspieler eine Ausnahmeerscheinung. 1956 wurde er Deutscher Jugendmeister im Einzel und im Doppel. Im gleichen Jahr wurde er auch Internationaler Jugendmeister von England in Kent. Im Dezember 1957 gewann er das Bundesranglistenturnier in Wiesbaden. Zahlreiche internationale Einsätze belohnten Köhlers Leistung. Die Krönung seiner Laufbahn war die Teilnahme bei den Weltmeisterschaften 1959 in Dortmund. Im Spiel der deutschen Mannschaft gegen das Team der Volksrepublik China bezwang er sensationell Asienmeister Wang Chuan-Yao. Wenig später verließ der erfolgreichste 05er aller Zeiten seine Heimatstadt, um in Berlin sein Studium fortzusetzen.

    Aber nicht nur Köhler feierte Erfolge als Einzelspieler. Ein Jahrzehnt lang, von 1956 bis 1965, stellten die 05er ununterbrochen die Verbandsmeister Rheinhessens: Dieter Smolle (2), Alfred Allebrand (2), Dieter Köhler, Werner Hartwig, Jürgen Wolf, Roland Weber, Rainer Martin und Werner Wehner wechselten sich ab.

    Mit dem Abwehrspieler Thomas Vorherr schaffte man nach einigen Jahren des Umbruchs, in denen man verstärkt junge Spieler aus den eigenen Reihen in den Leistungsorientierten Mannschaften eingesetzt hatte, im Jahr 1980 den Wiederaufstieg in die Oberliga, die aufgrund einer Umstrukturierung der Spielklassen in der 2. Bundesliga aufgegangen ist. 1988 wurde die 2. Bundesliga von vier auf zwei Staffeln reduziert. Nun mussten die 05er zurück in die neu geschaffene Regionalliga. Drei Jahre später folgte der Abstieg in die Oberliga Südwest. Mit Hilfe von Wayne Estwick, der für die Nationalmannschaft von Trinidad/Tobago spielte, wurde der direkte Wiederaufstieg in die dritthöchste Spielklasse Deutschlands angepeilt. Doch Estwick wurde, bevor er zum ersten Mal für die 05er antreten konnte, im Juli 1991 bei einem Raubüberfall auf das Haus von Volker Hanf, der die Abteilungsleitung seit 1972 übernommen hatte, ermordet. Auch Volker Hanf wurde bei dem Verbrechen schwer verletzt und gab unter dem Eindruck der Geschehnisse sein Amt als Abteilungsleiter, das er über zwanzig Jahre mit sehr großem Engagement geführt hat, auf.

    Nach drei schweren Jahren der Abteilung engagierte man 1994 den damals 23-jährigen Chinesen Li Bing, der bis heute Spitzenspieler und Trainer der ersten Herrenmannschaft ist. Ihm kann wirklich das Prädikat „Mr. Zuverlässig“ verliehen werden. Li Bing vollbrachte die großartige Leistung, die zehn bislang gespielten Saisons acht Mal als bester Einzelspieler der gesamten Liga abzuschließen. Zwei Mal war er „nur“ zweitbester Einzelspieler. Diese makellosen Erfolgsbilanzen von Li Bing waren Garant sowohl für den Aufstieg der Herrenmannschaft in die Regionalliga Südwest als auch gute Platzierungen in dieser Liga. Beeindruckend ist hierbei, dass Li Bing seit den elf Jahren, in denen er für die 05er an den Tisch geht, noch kein einziges Mannschaftspiel verpasst hat.

    In der Saison 2001/2002 war die Abteilung in der Lage, die wohl spielstärkste Mannschaft aufzustellen, die jemals für den 1. FSV Mainz 05 an den Start gegangen ist. Neben Li Bing und weiteren namhaften Spielern spielte der damals 15-jährige Patrick Baum für Mainz 05. Patrick wurde als 05er nicht nur Deutscher Meister  ondern auch Europameister der Schüler. Die Mannschaft wurde ohne eine einzige Niederlage überlegen Meister der Regionalliga Südwest. Allerdings gelang der ganz große Wurf, nämlich der Aufstieg in die 2. Bundesliga, nicht, da man beide Relegationsspiele gegen die Meister anderer Regionalligen verlor.

    Zwischenzeitlich hat sich die Mannschaft einer „Verjüngungskur“ unterzogen. Man darf also auch in diesem und in den nächsten Jahren darauf hoffen, dass die Erfolgsgeschichte der Abteilung durch weitere Kapitel fortgesetzt wird.

    Porträt

    Fabian Schönheim

    Fabian Schönheim
    Profis